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Do., 21.03.
11:30 - 12:00
Bäume in der Großstadt - Stadtgrün im Stress


Ein trauriger Anblick, an den man sich einfach nicht gewöhnen kann: sterbende Kastanien. Es sind kaum noch Blätter am Baum, die wenigen, die noch hängen, sind weit vor dem Herbst verwelkt, aus dem Stamm sickert eine bräunliche Flüssigkeit. Der Patient sieht gar nicht gut aus. "Das sind die typischen Symptome der Kastanienkomplexerkrankung", sagt Jan Martens-Witte und notiert mit einem Seufzer die Diagnose auf seinem Tablet-PC. Das Sterben der Kastanienbäume ist aber bei Weitem nicht das einzige Problem, mit dem der Baumprüfer und seine Schützlinge, die Bäume in Hamburg, zu kämpfen haben. Neben Pilzen, Bakterien, Käfern, Abgasen und zu wenig Raum zum Wachsen ist der Klimawandel die größte Bedrohung für die Bäume im Hamburger Stadtgebiet. Im Namen der Behörde wacht Martens-Witte über 11.500 von etwa 250.000 Hamburger Stadtbäumen. Die größten Sorgen bereitet dem Baumkontrolleur allerdings der Baumnachwuchs. Denn nur für Bäume, die gefällt wurden, versucht die Freie und Hansestadt Ausgleichsbäume zu pflanzen. Das macht aber nur Sinn, wenn die neu gepflanzten Ersatzbäume den Stress der Großstadt auch aushalten: Abgase, Erschütterungen, wenig Platz zum Wurzelschlagen, Sturzfluten und Trockenheit, damit muss ein Baum in der Großstadt in Zeiten des Klimawandels zurechtkommen. Gemeinsam mit Mitarbeitern von Baumschulen, der Labore der Universität und des Pflanzenschutzamtes sind Jan Martens-Witte und seine Kollegen auf der Suche nach Baumarten, die diesen Bedingungen standhalten. Gleichzeitig versuchen sie, die alten Bestände so gut es geht am Leben zu erhalten. Denn das Ziel des Baumkontrolleurs und seiner Kollegen ist es, dass die Freie und Hansestadt Hamburg auch in den kommenden Jahrzehnten so grün bleibt wie sie heute noch ist.


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