'Wenn die Leute blöd gucken, weil man mir die Armut nicht ansieht, sage ich: Ich bin Deutsch-Rentnerin - das reicht dann meist!'. Das sagt Marion Z. (72), ehemals Frisörin. Sie gehört zu den vielen meist älteren Flaschensammlern, die weder obdachlos noch drogensüchtig sind. Für immer mehr Menschen auch aus der gesellschaftlichen Mitte sind die wenigen Cent Anreiz genug, unter den Augen derÖffentlichkeit leergetrunkene Büchsen und Flaschen einzusammeln.Vor sieben Jahren hat rbb-Autorin Wibke Kämpfer zwei Berliner Flaschensammler bei ihrer mühsamen "Arbeit" begleitet. Da griffen Frank Epsch und Hannelore Nehls(beide Rentner) täglich in Papierkörbe, Mülltonnen und unter Büsche im Park. Frank Epsch sammelt heute immer noch. Hannelore Nehls kann es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, stellt aber fest, dass immer mehr Sammler aus Osteuropa kommen und dass viele Sammelreviere umkämpft sind.