Wer ist diese junge Frau, deren Leben dieser Dokumentarfilm begleitet? Eine knapp 30-jährige Autistin, die kaum sprechen kann und zurückgeblieben wirkt - bis sie einzelne Buchstabenkärtchen vor sich auf dem Tisch zu Wörtern fügt. Dann wird Hélène Nicolas zur Dichterin Babouillec, deren Visionen und Reflexionen den Leser erstaunen. So sehr Hélènes Äußeres Unbehagen weckt, so sehr fasziniert die visionäre Kraft von Babouillec. Mit großem Wohlwollen hat sich die Filmemacherin Julie Bertuccelli dieser schmerzlichen Geschichte genähert, denn auch wenn der Geist über die Beschränkungen siegt, bleibt der Autismus für Hélène ein Joch. Julie Bertuccelli will keine medizinische Fallstudie liefern. Ihre behutsame Annäherung und ihre Diskretion sind erforderlich, lassen aber viele Fragen über die Wirklichkeit dieser Kondition offen. Bei einer Theateraufführung mit Texten von Babouillec hat Julie Bertuccelli Hélène und ihre Mutter Véronique getroffen. Das brachte sie auf die Idee, einen Film über Ausdrucksformen jenseits des "Normalen" zu machen, die unerwartete Reichtümer bergen - sofern man bereit ist, Vorurteile über Bord zu werfen und sich aus dem gewohnten Bereich unserer Kommunikationsstandards hinauszuwagen. Mit ihrem Dokumentarfilm will sie keine Frau mit Behinderung vorstellen, sondern das Porträt einer außergewöhnlichen Künstlerin zeichnen.