Notaufnahme - warten bis der Arzt kommt

  • Dr. med. Christina Rückert: Da fließen auch mal Tränen, nicht weil die Menschen traurig sind, sondern wegen Überlastung. Vergrößern
    Dr. med. Christina Rückert: Da fließen auch mal Tränen, nicht weil die Menschen traurig sind, sondern wegen Überlastung.
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  • Eingang Patienten ZNA OSK Ravensburg: Die Patientenzahl in den Notaufnahmen hat sich verdoppelt: Tendenz steigend. Vergrößern
    Eingang Patienten ZNA OSK Ravensburg: Die Patientenzahl in den Notaufnahmen hat sich verdoppelt: Tendenz steigend.
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    Schockraum Zentrale Notaufnahme Oberschwaben-Klinik Ravensburg: Sekunden entscheiden über Leben oder Tod.
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    20 - 30 Patienten gleichzeitig da sind, wird es eng - nicht nur räumlich.
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Gesundheit, Dokumentation
Notaufnahme - warten bis der Arzt kommt

SWR
Mi., 16.05.
20:15 - 21:00


Wenig Personal, viele Überstunden, lange Wartezeiten, gereizte Patienten: "Es ist halt ziemlich viel los. Und man wartet und niemand sagt einem was. Und die Schmerzen lassen nicht nach. Und man regt sich etwas auf", klagt die Angehörige eines Patienten - Alltag in den deutschen Notaufnahmen. "Früher war das vielleicht einmal die Woche, dass wir gesagt haben, jetzt sind wir aber am Limit, inzwischen ist es gut und gerne täglich so", beschreibt eine Ärztin die Lage. "betrifft" hat im Südwesten recherchiert, hat mit Ärzten und Patienten gesprochen und Kliniken besucht, die neue Wege gehen wollen, um dem Ansturm der Patienten Herr zu werden und die Hilfesuchenden besser und schneller zu behandeln. Gründe für die Überfüllung: Es kommen doppelt so viele Patienten wie vor zehn Jahren. Gut die Hälfte könnte auch zum Hausarzt, den haben viele Patienten aber nicht mehr. Und viele wollen einfach nicht Wochen oder Monate auf einen Arzttermin warten. In der Notaufnahme gibt es die Rundumversorgung sofort. Vor Ort ist dies aber in der Regel mit langen Wartezeiten verbunden. Gerade weniger schwer Erkrankte bringen die dazu notwendige Geduld häufig nicht mit. Auch Übergriffe auf Pflegekräfte gehören inzwischen zum Alltag. Einige Kliniken beschäftigen zum Schutz der Mitarbeiter bereits Sicherheitsdienste. Denn nicht immer bleibt es bei verbalen Attacken - besonders häufig, wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind. "Von einem Patienten niedergeschlagen zu werden und trotzdem helfen zu müssen, ist durchaus an der Tagesordnung." Ein Sicherheitsmitarbeiter fiel mehrere Wochen aus, weil ihm ein Patient das Nasenbein gebrochen hat. Ein großer Teil der Patienten, die in die Notaufnahmen kommen, könnte auch die ärztlichen Bereitschaftsdienste nutzen. Die werden aber nicht ausreichend in Anspruch genommen, aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit. Diese Patienten binden Kapazitäten. Unter all den Patienten den lebensbedrohlichen Notfall sofort zu erkennen, wird immer schwieriger für die meist jungen Assistenzärzte. Die Angst, Fehler zu machen, ist stets dabei. Und Fehler passieren immer wieder - mit schwerwiegenden Folgen.


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