Omars grosse Liebe Nadia lebt auf der anderen Seite der grossen Mauer, die Israel vom palästinensischen Gebiet trennt. Fast täglich klettert der junge Mann unter Lebensgefahr über die Mauer, um sie zu sehen. Dort trifft er nicht nur seine Angebetete, sondern auch seine beiden Freunde Tarek , Nadias Bruder, und Amjad , der offen zugibt, dass er auch in Nadia verliebt ist. Omar wirbt um Nadia mit kleinen Briefen, in denen er ihr Geschichten erzählt, und die beiden sprechen darüber, endlich wegzukommen und zu heiraten. Doch Omar fällt es schwer, auch mit Tarek über seine Liebe zu dessen Schwester zu sprechen. Er ist überzeugt davon, dass sein Freund diese Beziehung nie gutheissen würde. Die drei Freunde haben schon lange beschlossen, ihr Leben hinter den Mauern zu ändern und gegen die Besatzung zu kämpfen. Im Geheimen trainieren sie Nahkampf und machen Schiessübungen. Als Omar eines Tages allein auf offener Strasse von einer israelischen Patrouille angehalten und gedemütigt wird, hat er genug. In der drauffolgenden Nacht erschiessen sie einen Grenzsoldaten. Sie können entkommen, doch kurz darauf wird Omar bei einer Razzia festgenommen. Er wird gefoltert und stundenlang verhört und vor eine furchtbare Entscheidung gestellt: Wenn er seine Freunde verrät, kommt er frei, sonst droht er den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen und Nadia nie mehr zu sehen. «Omar» ist der erste komplett mit palästinensischem Geld finanzierte Spielfilm des Regisseurs von «Paradise Now». Wie schon bei seinem oscarprämierten Werk konzentriert sich Hany Abu-Assad stark auf ein paar wenige zentrale Figuren, die in einer klaustrophobischen Welt zwischen Traditionen und israelischer Dauerpräsenz gefangen sind. Es geht im Kleinen um Grosses: Liebe und Verrat, Unterdrückung und Widerstand. Auch «Omar» wurde 2014 für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. In Cannes gewann er den Jurypreis der Sektion Un Certain Regard. Delikatessen zeigt «Omar» in der Originalversion mit deutschen Untertiteln.