Jedes dritte Ei in Deutschland stammt von Hennen in Niedersachsen. Zu Ostern herrscht auf den Höfen und in den Färbereien Hochbetrieb. Aber warum werden Eier zu Ostern überhaupt bemalt? Proteinbombe, Kunstwerk und Symbol der Auferstehung: Im Osterei steckt viel mehr, als viele Menschen wissen. Die Reportage begleitet Ostereier auf ihrem Weg vom Hühnerstall zum Supermarktregal. Die Firma Waden in Prinzhöfte verziert allein fürs Osterfest etwa 40 Millionen Eier. Bis zu 40 000 - zumeist weiße - Eier können von Mensch und Maschine in der Stunde "bemalt" werden, dank "Vier-Farben-Dusche" und "Eiertanz im Paternoster". Zu Ostern sind auf der Geflügelfarm von Carsten Poppe in Frankenfeld vor allem die jungen Hennen im Legestress. Ab der 20. Lebenswoche haben ihre Eier die härteste Schale, ab der 30. Woche ist die Legeleistung am besten. Nach dem ersten Lebensjahr sind ihre Eier dann in der Regel zu groß, und die Eierschale ist zu porös für die Färbereien. Bei Familie Stütze aus Hasbergen stolziert eine Besonderheit durchs Gehege: Die dort gehaltenen Hennen legen Eier, die von Natur aus bunt sind. Die Industrie setzt vor allem auf Bodenhaltung. Gefärbte Bio-Eier haben sich für die Branche in der Vergangenheit nicht gelohnt. Die Farben der Ostereier gelten als Lebensmittel und unterliegen daher einer strengen EU-Verordnung. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist auf den bemalten Schalen nicht mehr zu erkennen. Deshalb kontrolliert der Verbraucherschutz jedes Jahr Stichproben in seinem Braunschweiger Labor. Der Film folgt der Spur der Ostereier im Norden Deutschlands und geht auch der Tradition des Eierfärbens auf den Grund: Im frühen Mittelalter färbten Christen zur Osterzeit Eier rot, um an die Leiden Jesu zu erinnern. Außerdem wurden Eier je nach Legezeit farblich markiert. Die Farbe war so etwas wie ein historisches Mindesthaltbarkeitsdatum.