Die Familie von Kurdwin Ayub floh 1991 aus dem Irak nach Österreich. 25 Jahre später begleitet die junge Filmemacherin ihren Vater Omar auf seiner Reise in die frühere Heimat. Kurdwin fühlt sich dort als Fremde, zugleich lernt sie ihren Vater während der Reise auf eine völlig neue Art kennen. Entstanden ist ein intimes und ernüchterndes Generationenporträt, das ein individuelles Familienschicksal und Massenphänomen zugleich darstellt. Omar sucht in seiner früheren Heimat voller Enthusiasmus nach einer Eigentumswohnung, um früher oder später dauerhaft ins Kurdengebiet zurückzukehren. Hier ist sein "Paradies auf Erden", wie er seine alte Heimat in Lobeshymnen glorifiziert. Kurdwin hingegen ist mit einer ihr unzugänglichen Lebenswelt konfrontiert: einer anderen Kultur, anderen Gepflogenheiten und einer Sprache, die sie nicht beherrscht. Im Herkunftsland ihrer Eltern ist sie eine Fremde. Auch inmitten ihrer Familie, ihrer Großeltern, Tanten, Onkeln, die inzwischen ihr deutsches Exil verlassen haben und wieder im Irak leben, fühlt sie sich unbeheimatet. Mit Fortdauer der Reise muss sich aber auch Kurdwins Vater eingestehen, dass seine Vorstellungen von einer immerwährenden Heimat eine Illusion sind. Zunehmend werden seine verklärten Erinnerungen von einer erschreckenden Realität eingeholt. Er tastet sich durch gefährliche Baustellen, zerbombte Straßen und sogar durch die Kampfzone der Peschmerga und des IS. Der Wiederaufbau des zerstörten Landes ist noch nicht vollendet, da herrschen im "Paradies" bereits die nächsten kriegerischen Konflikte.