Am 30. Oktober 2019 erklärte Staatspräsident Erdogan im türkischen Parlament, die Türkei nehme für sich das Recht in Anspruch, Gegner und Feinde im Ausland zu bekämpfen. Zu den Feinden gehört seit 40 Jahren die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Ein blutiger Konflikt, der bis nach Europa reicht. In Paris soll nun ein Mordfall neu aufgerollt werden, an dem türkische Agenten beteiligt gewesen sein sollen. In den Morgenstunden des 10. Januar 2013 wurden die Leichen von drei prominenten kurdischen Frauen in einem Apartment gefunden. Wer waren sie, wer war der Attentäter, der in Oberbayern in Deutschland lebte? Auch sechs Jahre danach sind die Hintergründe des Attentats nicht aufgeklärt. Mit dem Tod des Angeklagten 2016 wurde der Prozess eingestellt - ohne Urteil. Anhand bislang teilweise unveröffentlichter Ermittlungsunterlagen und eigener Recherchen zeichnet die Dokumentation einerseits die Tat nach und verbindet sie andererseits mit wichtigen biografischen Daten der Opfer und des vermeintlichen Täters sowie der politischen Entwicklung in der Türkei. Hat der Verdächtige wirklich allein und aus eigenem Antrieb gehandelt? Was sagen die Anwälte, was die Angehörigen, Freunde und Wegbegleiter? Die Spurensuche beginnt in Frankreich, führt nach Deutschland, in den Nordirak und nach Nordsyrien.