Wie gehen Krankenpfleger mit den größer werdenden Belastungen in ihrem Beruf um? Fallpauschalen geben vor, wie lange Patienten im Krankenhaus bleiben können - unabhängig vom Gesundheitszustand. "37°" begleitet Frank, Christina und Cornelia in ihrem anstrengenden Alltag. Fragt Pfleger und Krankenschwestern nach der Freude am Beruf. Und hinterfragt die Belastungen und den Druck durch die gewählte Profession. "Die Patienten, die hier sind, sollen Lebensfreude haben, dabei helfe ich ihnen. Denn das ist, was uns Menschen ausmacht, dass wir Lebensfreude haben bis zum letzten Atemzug." Frank Möbus ist zum Zeitpunkt der Dreharbeiten seit 24 Jahren Krankenpfleger auf der Krebsstation. Immer wieder ist er mit dem Tod konfrontiert. Das muss man aushalten können. "Ich würde es immer wieder tun, denn Zuwendung ist für die Patienten wichtig." Und dafür braucht Frank Zeit. Zeit, die nicht mehr da ist im Krankenhausbetrieb. "Wenn ich einem Patienten die Haare waschen will, muss ich mir die Zeit bei einem anderen Patienten klauen." Auch die 35-jährige Krankenschwester Christina Carneiro spürt den immer größer werdenden Zeitdruck bei ihrer Arbeit, aber sie nimmt es sportlich. "Klar krieg' ich es hin, mich um alle zu kümmern, ich muss ja. Aber oft ist die Zeit zu knapp." Die Patienten gut zu pflegen, das ist ihr Anspruch. Den Druck aus dem Krankenhaus will sie nicht mit nach Hause zu Mann und Sohn nehmen. "Den Stress lass' ich dort, aber wie sich der Mensch fühlt, der da im Bett liegt, das geht mir nicht aus dem Kopf. Und darüber rede ich auch oft mit meinem Mann." Je älter die Deutschen werden, desto mehr Pflegepersonal müsste es in Krankenhäusern geben - stattdessen gibt es immer weniger. Mittlerweile haben Kliniken Schwierigkeiten, ihre Stellen zu besetzen. Durchschnittlich zehn Patienten betreut ein Pfleger in deutschen Kliniken, mehr als doppelt so viele wie in den Niederlanden oder der Schweiz. "Das Krankenhaus ist mein zweites Zuhause", so Cornelia Schmitt. Sie ist 51 Jahre alt, und vor 35 Jahren wurde sie Krankenschwester. Heute arbeitet sie auf der Inneren als Pflegebereichsleiterin. "Wir haben viele ältere Patienten, die brauchen einfach länger. Wenn wir sie entlassen müssen, bevor sie richtig fit sind, frustriert mich das schon. Denn ich weiß, in zwei Tagen ist der Patient wieder da, und es geht ihm vielleicht schlechter als vorher." Trotz des Drucks liebt Cornelia ihren Job. "Pflege ist schön, aber nicht, wenn man durch den Dienst hetzt." Jeden Tag läuft sie zehn Kilometer mit ihrem Hund Paul. Das hilft, den täglichen Stress besser wegzustecken. "37°" fragt: Wie gehen Pfleger und Krankenschwestern mit immer größeren Anforderungen um? Wie wirkt sich dieser Umstand auf ihr Privatleben aus? Und was bedeuten diese Entwicklungen im Krankenhaus für unsere Gesellschaft?