Reflexion ist mehr als ein unangenehmes Blitzen im Auge: In seinem Programm "Meisenhorst" fordert Philip Simon sein Publikum auf, im Hirnstübchen mal wieder selbst die Strippen zu ziehen. In welcher Welt wollen wir leben? Und was haben wir noch mit ihr zu tun? Wer sind wir, und wer kann uns das bestätigen? Aber vor allem: Tun wir das Richtige? Dabei stellt Philip Simon fest: Wir haben eine Menge Meisen. Und unser Weltbild ist ein Vogelnest. Der niederländisch-deutsche Kabarettist zieht in die entscheidende Schlacht um die Herrschaft im Meisenhorst. Denn die erste Diktatur wird im Kopf errichtet. In einer Zeit, in der es mehr Fragen als Antworten gibt, zerlegt Philip Simon auf der Bühne sein Innerstes, um die Bausteine zu erkennen, aus denen er seine Realität zimmert und seine Weltsicht zementiert. Mit den Waffen der Sprache, des Humors und in surrealen, visuellen Momenten zeichnet Philip Simon eine Welt, in der zum Schluss das Grundgesetz buchstäblich auf den Kopf gestellt wird und der Meisenhorst in seiner ganzen Pracht erscheint. Wenn Fantasie Realität schafft und Realität die Fantasie beflügelt, dann hat das Hirn die Freiheit, die Veränderung möglich macht.