Das Pilgerexperiment geht weiter: Die NDR-Pilgergruppe ist zum fünften Mal in Norddeutschland unterwegs auf dem Jakobsweg in Richtung Spanien. Die beiden NDR-Moderatoren Heike Götz und Philipp Schmid treffen auf drei neue, ihnen bislang unbekannte Mitpilger. Gemeinsam starten die Fünf nahe der Elbe bei Buxtehude, überqueren die Weser bei Bremen und wollen bis Wildeshausen laufen. Noch nie waren bei der NDR-Pilgertour fünf so unterschiedliche Teilnehmer zusammen unterwegs. So sorgen nicht die anstrengenden Tagesmärsche von jeweils etwa 25 Kilometern für Ärger, vielmehr sind es die unterschiedlichen Charaktere der Pilger, die fünf Tage und Nächte zusammen verbringen müssen. Karsten Schulz ist schon oft gepilgert, am liebsten im Herbst oder Winter. Für ihn spielen der christliche Glaube und christliche Riten und Gebete wie das Vaterunser beim Pilgern eine große Rolle. Ilka Telschow betreibt ein Café in Bardowick und hat mit der Kirche wenig am Hut. Für sie ist die Gruppenerfahrung das Wichtigste, sie möchte mit anderen gemeinsam den Weg erleben und dabei eine gute Zeit haben. Am meisten fürchtet sie sich vor der körperlichen Anstrengung. Jens August hat vor zwei Jahren das Pilgern für sich entdeckt. Als App-Entwickler sitzt er viel am Computer. Mit Stress, dem psychischem Druck seines Selbständigen-Daseins und Lebensängsten kommt er auf dem Pilgerweg viel besser zurecht als im Alltag. Er möchte gern das Zusammensein mit den Anderen genießen. Doch gerade für ihn ist es ungewohnt und schwierig, mit fremden Menschen so eng zusammen zu sein. Heike und Philipp werden auf ihrer fünften Pilgertour durch Norddeutschland mit all diesen sehr unterschiedlichen Erwartungen werden konfrontiert. Bereits am zweiten Tag stellen sie sich die Frage: Können wir überhaupt gemeinsam weiterlaufen oder sind wir so verschieden, dass besser jeder alleine weitergehen sollte? Werden sich die Fünf zusammenraufen und eine gemeinsame Idee für ihre Pilgertour finden? Eine Idee, für die es sich lohnt, die Strapazen auf sich zu nehmen und sich mit den anderen in dieser selbstgewählten Schicksalsgemeinschaft zu arrangieren? Und kann der christliche Glaube als Grundlage jedes Pilgerwegs auch ohne gemeinsame Rituale in der Gruppe seinen Platz finden? An ihrem Ziel, der Alexanderkirche in Wildeshausen, wird sich zeigen, ob die Fünf zueinander gefunden haben. Sind sie dem Geheimnis des Pilgerns auf die Spur gekommen?