Pioniere: Stahlkrieg an der Ruhr

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Fotoquelle: ZDF/Corporate Design
Report, Zeitgeschichte
Pioniere: Stahlkrieg an der Ruhr

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2012
ZDFneo
So., 07.10.
08:55 - 09:40


Ohne Stahl gäbe es kein Besteck, keine Töpfe oder Werkzeuge, geschweige denn Autos, Brücken oder Strom. Stahl ist einer der vielfältigsten Werkstoffe der Welt. Das Material ist biegsam und stabil zugleich. Stahl hält mehr aus als Eisen oder Bronze. Stahl steht für technischen Fortschritt. Ihn direkt zu vergießen, gilt als die Königsdisziplin in der Stahlproduktion. Das beherrscht bis heute nur eine Handvoll Unternehmen. Zu den Topproduzenten gehört eine Fabrik im österreichischen Linz. Dort werden riesige Stahlhüllen für Gas- und Dampfturbinen hergestellt. Das Verfahren ist höchst kompliziert: Zunächst wird eine Gussform gebaut, die Temperaturen bis 1600 Grad Celsius aushalten muss, nicht brechen darf und beim Erkalten der glühend heißen Flüssigkeit gleichmäßig mitschrumpfen soll. Jeder Handgriff muss sitzen, denn den Gießern bleibt für die Durchführung nur knapp drei Minuten Zeit. Selbst in der hoch technisierten Welt von heute ist Stahlguss noch immer eine enorme Herausforderung, die schon beim kleinsten Fehler Millionen Euro verschlingt. Es ist diese Spitzentechnologie, die in ihren Anfängen zu einem erbitterten Revierkampf führt. Mitte des 19. Jahrhunderts erkennen zwei Männer in Deutschland, dass der Stahlformguss die Schwerindustrie entscheidend nach vorne bringen wird. Auf der einen Seite ist es Alfred Krupp, der nach dem Tod seines Vaters Friedrich mit 14 Jahren ein marodes Stahlunternehmen in Essen erbt und es später zu Weltruhm bringen sollte. Auf der anderen Seite steht ein gewisser Jakob Mayer. Ein Bauernsohn aus Schwaben, der sein ganzes Leben in den Dienst der Stahlgussentwicklung stellt und in Bochum ein bescheidenes Unternehmen führt. Beiden ist klar: Wer den Stahlguss beherrscht, wird die Konkurrenz vom Markt verdrängen. Die über Jahre andauernde Rivalität zwischen Krupp und Mayer findet ihren Höhepunkt auf der Weltausstellung 1855 in Paris. Dort präsentiert der rastlose Jakob Mayer der Öffentlichkeit eine Sensation: drei riesige Kirchenglocken - in einem Vorgang aus flüssigem Stahl gegossen. Doch Alfred Krupp meldet vehement Zweifel an und bezeichnet seinen Gegner als Hochstapler. Es kommt zum Showdown, bei dem es nur einen Sieger geben kann.


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