Plattgemacht - Ein Stadtteil verschwindet

  • Helga (75) wohnt seit 1981 in Suhl-Nord. Sie denkt gerne an die schönen Zeiten. Nun wird ihr Plattenbau abgerissen. Vergrößern
    Helga (75) wohnt seit 1981 in Suhl-Nord. Sie denkt gerne an die schönen Zeiten. Nun wird ihr Plattenbau abgerissen.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Dragan ist erst vor fünf Jahren nach Suhl-Nord gezogen. Er möchte so lang wie möglich bleiben und renoviert seine Wohnung. Vergrößern
    Dragan ist erst vor fünf Jahren nach Suhl-Nord gezogen. Er möchte so lang wie möglich bleiben und renoviert seine Wohnung.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Viele Plattenbauten in Suhl-Nord sind bereits abgerissen. Die wenigsten Wohnungen in Suhl-Nord sind noch bewohnt. Vergrößern
    Viele Plattenbauten in Suhl-Nord sind bereits abgerissen. Die wenigsten Wohnungen in Suhl-Nord sind noch bewohnt.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Nach 27 Jahren muss Christine raus aus Suhl-Nord. Sie hat gelernt, sich durchs Leben zu schlagen. Die Multijobberin hat sechs Jobs. Vergrößern
    Nach 27 Jahren muss Christine raus aus Suhl-Nord. Sie hat gelernt, sich durchs Leben zu schlagen. Die Multijobberin hat sechs Jobs.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Suhl Nord wird abgerissen, das Viertel verfällt. Helga muss einen neue Wohnung finden. Vergrößern
    Suhl Nord wird abgerissen, das Viertel verfällt. Helga muss einen neue Wohnung finden.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Christine und Hans müssen zum dritten Mal umziehen. Ihre Platte wird abgerissen, nun müssen sie eine neue Wohnung finden. Vergrößern
    Christine und Hans müssen zum dritten Mal umziehen. Ihre Platte wird abgerissen, nun müssen sie eine neue Wohnung finden.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Helga ist 1981 nach Suhl-Nord gezogen. Das Plattenbauviertel wird abgerissen, Helga muss eine neue Wohnung finden. Vergrößern
    Helga ist 1981 nach Suhl-Nord gezogen. Das Plattenbauviertel wird abgerissen, Helga muss eine neue Wohnung finden.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Helga (75)  ist Witwe, sie erinnert sich gerne an die schönen Zeiten mit ihrer Familie in Suhl-Nord. Vergrößern
    Helga (75) ist Witwe, sie erinnert sich gerne an die schönen Zeiten mit ihrer Familie in Suhl-Nord.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Helga muss aus ihrer Wohnung ausziehen. Ihre Tochter und ihr Mann sind gestorben, ihre Enkelin ist der einzige Halt, der ihr bleibt. Vergrößern
    Helga muss aus ihrer Wohnung ausziehen. Ihre Tochter und ihr Mann sind gestorben, ihre Enkelin ist der einzige Halt, der ihr bleibt.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Dragan lebt mit seiner Familie in einem der letzten Plattenbauten in Suhl-Nord. Er fühlt sich wohl und würde gerne wohnen bleiben. Vergrößern
    Dragan lebt mit seiner Familie in einem der letzten Plattenbauten in Suhl-Nord. Er fühlt sich wohl und würde gerne wohnen bleiben.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Dragan wohnt mit seiner Frau und den Kindern seit fünf Jahren in Suhl-Nord. Sein Haus ist noch bewohnt, die Familie würde gerne bleiben. Vergrößern
    Dragan wohnt mit seiner Frau und den Kindern seit fünf Jahren in Suhl-Nord. Sein Haus ist noch bewohnt, die Familie würde gerne bleiben.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Dragan wohnt seit fünf Jahren in Suhl Nord mit seiner Familie, für ihn bedeutet der Abschied Neubeginn. Doch auch sein Haus wird abgerissen werden. Vergrößern
    Dragan wohnt seit fünf Jahren in Suhl Nord mit seiner Familie, für ihn bedeutet der Abschied Neubeginn. Doch auch sein Haus wird abgerissen werden.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Suhl-Nord war zu DDR-Zeiten ein modernes Vorzeigeviertel. Nach der Wende zogen viele junge Leute weg, jetzt wird das Plattenbauviertel abgerissen. Vergrößern
    Suhl-Nord war zu DDR-Zeiten ein modernes Vorzeigeviertel. Nach der Wende zogen viele junge Leute weg, jetzt wird das Plattenbauviertel abgerissen.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Christine und Hans wohnen seit 27 Jahren in Suhl-Nord. Die Plattenbauten werden abgerissen, nun müssen sie ausziehen. Vergrößern
    Christine und Hans wohnen seit 27 Jahren in Suhl-Nord. Die Plattenbauten werden abgerissen, nun müssen sie ausziehen.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
  • Helga wohnt seit 1981 in Suhl-Nord. Das Plattenbauviertel wird abgerissen. Vergrößern
    Helga wohnt seit 1981 in Suhl-Nord. Das Plattenbauviertel wird abgerissen.
    Fotoquelle: ZDF/Christiane Schmidt
Report, Dokumentation
Plattgemacht - Ein Stadtteil verschwindet

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2019
ZDFinfo
So., 12.05.
18:00 - 18:45


Suhl-Nord, einst modernes Plattenbauviertel in Südthüringen, heute geprägt von Abwanderung und Überalterung. Der Leerstand breitet sich wie ein Virus aus. Das Wohngebiet wird abgerissen. Nach der Wende ging es bergab. Von 14 000 Bewohnern sind nur noch 3650 übrig. Sanierung lohnt nicht, Platte für Platte wird nun abgerissen. Die Bewohner werden umgesiedelt. Was bedeutet es für sie, ihr Zuhause zu verlieren? Suhl liegt etwa 70 Kilometer südlich von Erfurt. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde aus dem kleinen Städtchen eine DDR-Vorzeigestadt und wuchs auf 56 000 Einwohner an. Neue Industrien wurden angesiedelt, der Bedarf an Wohnraum nahm rasant zu. So entstanden moderne Plattenbauviertel, auch Suhl-Nord. Doch nach der Wende begann der Wandel. Die volkseigenen Betriebe schlossen, Arbeitsplätze gingen verloren, die Jungen zogen weg. Der demografische Wandel, der in ganz Deutschland zu verzeichnen ist, macht sich hier mit voller Härte bemerkbar. 40,2 Prozent der Einwohner sind heute über 60 Jahre, der höchste Wert im Vergleich aller kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland. Das soll sich ändern: In Suhl will man das Schrumpfen als Chance sehen. Bevor sich der Leerstand im Wohngebiet Suhl-Nord ausbreitet, heißt nun die Strategie der Stadt: Abriss - auch weil es wohnungsbaupolitisch keine Alternative gibt. Doch was bedeutet das für die Bewohner, die noch in Suhl-Nord leben? Christine (51) wohnt seit 27 Jahren in Suhl-Nord. Schon zwei Mal musste die Familie mit ansehen, wie Bagger ihr Zuhause plattmachten. Jetzt bekamen sie wieder einen Brief: Abriss! Es ist das dritte Mal, dass Christine und ihr Mann umziehen müssen. Doch sie wollen nicht jede Wohnung akzeptieren. "Sollen die Bagger doch kommen", sagt Christine. Aber nachts, wenn sie nicht schlafen kann, kommen die Sorgen. Die 75-jährige Helga wohnt auch in Christines Wohnblock. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie geholfen, das Viertel aufzubauen, Anfang der 80er-Jahre. Als Helgas Mann nach 43 Jahren Ehe stirbt und zeitgleich ein Brief kommt mit der Ankündigung, dass ihre Platte abgerissen wird, bricht für Helga eine Welt zusammen. Der 35-jährige Dragan kam vor fünf Jahren aus Serbien und landete durch Zufall in Suhl-Nord. Dort lebt er mit seiner Frau und den vier Kindern in einer der letzten Plattenbauten, die noch nicht abgerissen wurden. "Andere gehen", sagt er, "ich komme." Doch wie lange kann die Familie bleiben? Ralf Heymel ist Geschäftsführer der GeWo Suhl, der Städtischen Wohnungsgesellschaft. Ihr gehört ein Großteil der Wohnungen in Suhl-Nord. Was bedeutet es ökonomisch, menschlich und logistisch, einen ganzen Stadtteil abzureißen? Suhl-Nord ist ein extremes Beispiel, steht aber für eine Entwicklung in vielen Städten und Regionen Deutschlands. Heike Liebmann von der Uni Cottbus hat die Probleme schrumpfender Städte in Deutschland erforscht. Der Abriss ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten alternativlos, sagt sie. Der Film lässt anhand von Archivmaterial das Viertel von damals nochmal entstehen. Er dokumentiert die Bedeutung des modernen Plattenbaus für die DDR-Bürger und begleitet drei Protagonisten, die demnächst ihre Platte räumen müssen.


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