In Hamburg-Osdorf befindet sich die "Dienststelle" der Polizeireiterstaffel: 9 Pferde und 10 Reiter, die innerhalb der Hansestadt jederzeit eingesetzt werden können. Dörte Thieß und Christina Haßelbusch sind für die Tiere verantwortlich, die jedes Jahr rund 300 Einsätze haben - von der Streife bis zur Klima-Demo, aber auch um bei Bundesligaspielen die gegnerischen Fans auseinanderzuhalten. Dafür brauchen die Pferde eine gute Ausbildung und müssen vor allem gesund sein. Vierbeinigen Nachwuchs für die Reiterstaffel zu finden ist gar nicht so leicht. Die Polizeireiterstaffel ist aus Hamburgs Straßen nicht mehr wegzudenken: Drogenfahndungen, Verkehrskontrollen und Schlägereien gehören zu ihrem Alltag. Auch bei Demos und Fußballspielen sind Dörte Thies, die Chefin der Truppe, und ihre Kolleginnen im Einsatz. Mitten im Getümmel müssen sie in brüllenden Fanströmen den Überblick behalten, Gefahren einschätzen und Krawalle verhindern. Bis zu acht Stunden sitzen die Polizistinnen an einem solchen Tag im Sattel und das bei Wind und Wetter. Ein Knochenjob für Mensch und Tier. Die Reportage "Polizeipferde im Einsatz" begleitet die Hamburger Polizistinnen bei ihrem Einsatz hoch zu Ross in der Hansestadt, zeigt die Anforderungen an das Team und alles, was hinter der besonderen Arbeit mit den Polizeipferden steckt. Mitte der 70er Jahre hatte die Hansestadt die Reiterstaffel aus Kostengründen abgeschafft, doch 2010 gab es das Comeback. Seitdem gehören die berittenen Beamten zum Stadtbild und stehen bei Bürgern und Touristen auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Doch Dörte Thies und ihr Team sind nicht nur Sympathieträger, sondern auch Problemlöser: Da wo sie auftauchen, werden Hooligans ganz zahm. Die großen Pferde sorgen bei Einsätzen für Respekt und wirken aufgrund ihrer ruhigen Ausstrahlung sogar deeskalierend. Derzeit besteht die Hamburger Polizeireiterstaffel aus zehn Reitern und nur neun Pferden - sie braucht also dringend Verstärkung. Seit Wochen suchen Dörte Thies und ihre Stellvertreterin Christina Haßelbusch nach einem neuen Superpferd. Die Einstiegshürden sind extrem hoch: Das Pferd muss mindestens 1,70 Meter groß sein, medizinisch topfit sein und in Stresssituationen ruhig bleiben. Pferde sind Fluchttiere. Im Ernstfall müssen die Tiere gelassen bleiben und dürfen keine Scheu zeigen. Für die Polizistinnen ist es harte Arbeit, bis sie die Pferde in ihren ersten Einsatz schicken können. Dörte Thies und Christina Haßelbusch hoffen, dass der 10-jährige Lucky ihre Erwartungen erfüllt. Bevor Luckys Temperament und Charakter geprüft wird, muss er zeigen, dass sein Bewegungsapparat ohne Fehl und Tadel ist. Denn die Polizistinnen müssen sich in Zukunft zu hundert Prozent auf ihn verlassen können - im Wald, auf der Straße oder im Demogetümmel. Ob Lucky den Test besteht!? Der Wallach Arthos hat seine theoretische Prüfung bereits bestanden. Nun steht ihm die praktische Feuertaufe bei einem Fußballspiel des HSV gegen Regensburg bevor.