Kantonspolizist Gottfried Wäckerli sorgt im beschaulichen Dorf Oeppenau seit vielen Jahren für Ruhe und Ordnung. Er kennt die Sorgen und Nöte seiner Mitbürger, hat das Herz auf dem rechten Fleck und weiss jeweils genau, ob er ein Auge zudrücken kann oder hart durchgreifen muss. Sein 60. Geburtstag steht vor der Tür, doch die Vorfreude hält sich in Grenzen. Zu Hause steht er auf Kriegsfuss mit Sohn Ruedi (René Scheibli), während sich seine Frau Hedwig ständig mit der Schwiegertochter Annelies in den Haaren liegt. Aber auch beruflich ist Wäckerli unter Druck: Einem Garagisten wurde eine teure Bohrmaschine gestohlen, und im Kaufhaus von Gemeindepräsident Gasser verschwinden am laufenden Band Hüftgürtel und Küchenschürzen. Wäckerli geht an die Arbeit und vergisst darüber sogar fast seinen Geburtstag. Kein Wunder, denn seit einiger Zeit macht ihm die hübsche Verkäuferin Susy Düggeli schöne Augen. Sie ist mit Alois «Hügü»-Vögeli befreundet, der gemeinsam mit seinem Cousin Feusi dubiose Geschäfte tätigt. Zurzeit erwarten die beiden, ein Grundstück ihrer gerade verstorbenen Tante zu erben, und hoffen, daraus kräftig Kapital zu schlagen. Wäckerli verdächtigt die beiden, die Bohrmaschine entwendet zu haben. Und dann geschieht ein Mord in Oeppenau, und diese böse Tat bringt - ganz unerwartet - die Familie Wäckerli wieder zusammen. «Polizist Wäckerli in Gefahr» entstand 1967, also ganze zwölf Jahre nach dem legendären Wäckerli-Film von Kurt Früh. Regie führte diesmal der 1988 verstorbene Schweizer Schauspieler Sigfrit Steiner. Steiner schrieb zusammen mit Hauptdarsteller und Wäckerli-Erfinder Schaggi Streuli auch das Drehbuch. Juliana Vonderlinn gab hier ihr Spielfilmdebüt. In der langen Darstellerliste findet man Margrit Rainer, Paul Bühlmann, Elisabeth Schnell, Rainer Litten sowie in einer seiner frühen Filmrollen Jörg Schneider. Zum Film selbst war damals im Kinoprogrammheft ebenso nüchtern wie treffend zu lesen: «Obwohl ein Polizist im Mittelpunkt steht, ist es kein Kriminalfilm, trotz viel Humor kein Lustspielfilm und trotz den kleinen Flirts kein Liebesfilm. Es ist ein Schweizerfilm, sachlich und ohne Übertreibungen. Wir Schweizer stehen im Ruf, uns abzuschliessen und zu isolieren. Trotzdem schauen wir ganz gern einmal dem Nachbarn in die Stube. Es ist gut zu wissen, dass auch er seine kleinen und grossen Sorgen hat und auf seine Weise damit fertig wird.»