Rabiat: Scheißjob Bulle?

  • Polizeigriff – Rabiat-Reporter Manuel Möglich harrt in "Rabiat: Scheißjob Bulle?" während einer Übung der Bereitschaftspolizei Bremen in einer Sitzblockade aus und wird nach mehreren Aufforderungen mit Nachdruck entfernt. Vergrößern
    Polizeigriff – Rabiat-Reporter Manuel Möglich harrt in "Rabiat: Scheißjob Bulle?" während einer Übung der Bereitschaftspolizei Bremen in einer Sitzblockade aus und wird nach mehreren Aufforderungen mit Nachdruck entfernt.
    Fotoquelle: © Radio Bremen/Ilhan Coskun
  • In "Rabiat: Scheißjob Bulle?" darf Rabiat-Reporter Manuel Möglich am Training der Polizei teilnehmen und lernt Abwehrtechniken am eigenen Leib kennen. Vergrößern
    In "Rabiat: Scheißjob Bulle?" darf Rabiat-Reporter Manuel Möglich am Training der Polizei teilnehmen und lernt Abwehrtechniken am eigenen Leib kennen.
    Fotoquelle: © Radio Bremen/Andy Lehmann
  • An der Polizeiakademie Nienburg (Weser) schießt ein junger Polizist in Ausbildung zum ersten Mal mit der Maschinenpistole MP5. Vergrößern
    An der Polizeiakademie Nienburg (Weser) schießt ein junger Polizist in Ausbildung zum ersten Mal mit der Maschinenpistole MP5.
    Fotoquelle: © Radio Bremen/Ilhan Coskun
  • Unterwegs mit einer Hundertschaft beim einem Heimspiel von Werder Bremen. Der stellvertretende Zugleiter wartet mit Rabiat-Reporter Manuel Möglich vor dem Weserstadion auf das Ende des Spiels. Vergrößern
    Unterwegs mit einer Hundertschaft beim einem Heimspiel von Werder Bremen. Der stellvertretende Zugleiter wartet mit Rabiat-Reporter Manuel Möglich vor dem Weserstadion auf das Ende des Spiels.
    Fotoquelle: © Radio Bremen/Ilhan Coskun
Info, Gesellschaft + Soziales
Rabiat: Scheißjob Bulle?

Infos
Originaltitel
Rabiat
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
3sat
Fr., 14.02.
20:16 - 21:00
Folge 1


Freund und Helfer - oder wütige Ordnungskraft? Das Bild von Polizisten in Deutschland ist gespalten. Es muss und soll sich etwas ändern, sind sich die Verantwortlichen einig. Aber wie? Und vor allem: mit welchem Personal? Wie steht es um den Job im Dienst der Gesellschaft vorm Fußballstadion und beim Weltkongress, aber auch beim täglichen Einsatz? Reporter Manuel Möglich ist auf Spurensuche in einer Großorganisation im Wandel. Wachwechsel bei der Polizei: Nach 20 Jahren Sparkurs, nach Revierschließungen, übervollen Arbeitszeitkonten und Beförderungsstau investieren Bund und Länder wieder. Vielmehr, sie müssen investieren: Die Babyboomer gehen in Pension, die Lage im Land verändert sich, besonders an den Rändern. Der Respekt zerbröselt, Clan-Kriminalität, Wirtschaftsverbrechen, Terror, Radikalismus und Cybercrime sind an der Tagesordnung. Innere Sicherheit ist das wichtigste Thema. Erneuern und verstärken, das sind die Chancen. Innerhalb des Jahres 2017 kam es zu einem Personalanstieg von rund 6100 Beschäftigten. Das ist der größte Zuwachs seit über 20 Jahren. Mehr Frauen, mehr Beamte mit Migrationshintergrund, mehr bunte Republik. Gleichzeitig ist die Polizei unter Druck. Das Gebot der Zukunft: Transparenz und Verhältnismäßigkeit auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Leichter gesagt als getan. G20, Hambacher Forst, NSU 2.0 werfen lange Schatten. Immerhin: Laut Forsa-Umfrage 2019 haben 78 Prozent der Deutschen Vertrauen in die Polizei. In Bremen begleitet die Reportage "Scheißjob Bulle?" eine Hundertschaft zu einem Bundesligaspiel. Tags drauf trainiert Manuel Möglich mit einem anderen Zug, lernt den MES - im Volksmund "Gummiknüppel" genannt - und Abwehrtechniken am eigenen Leib kennen. Trainingspartner Jesper macht keinen Hehl daraus, dass manche Einsätze der Bereitschaftspolizei einiges von ihm und seinen Kollegen abverlangen: "Man wünscht sich manchmal, dass das Gegenüber auch den Menschen unter der Uniform sieht, der Familie hat und nach dem Dienst einfach nach Hause gehen will. Und das am besten gesund. Wenn man bespuckt wird oder von Clownsarmen mit Urin bespritzt wird, da fragt man sich schon: Ist das der richtige Job?" Verdecktes Interview, irgendwo in Deutschland: Der Protagonist arbeitet als Polizeitrainer und geht seine Behörde in der "Rabiat"-Reportage deutlich an: "Entgegen der landläufigen Meinung sind Polizisten kein Querschnitt der Gesellschaft. Schon auf der Suche wird sehr deutlich nach einem bestimmten Persönlichkeitsprofil gefiltert. Deswegen findet man bei der Polizei tendenziell eher konservative Menschen mit einer 'Law & Order'-Mentalität und eben deutlich mehr Mitte-rechts-lastig politisch Eingestellte als Mitte-links." Die, die noch ganz am Anfang ihrer Polizeilaufbahn stehen, besucht Möglich auf seiner Reise zur Polizeiakademie Nienburg/Weser: Jasmina, Jonas und Jan sind Anfang 20, seit wenigen Monaten erst in der Ausbildung und noch Beamte auf Widerruf. Sie schießen an diesem Tag zum ersten Mal im Training mit der Maschinenpistole MP5. Einige Wochen später werden sie mit 1600 anderen Anwärtern in Hannover bei der bis dato größten Vereidigung Niedersachsens von Boris Pistorius, Minister für Inneres und Sport, vereidigt. Wie sollte die Polizei in der Zukunft aussehen? Sind die Reformen der Polizeigesetze der richtige Weg? Welche Chancen liegen in der nächsten Generation, welche Risiken birgt der Umbruch? Und was tun, wenn die Polizei versagt? Braucht es vielleicht eine unabhängige Behörde, die fehlerhafte Polizeiarbeit aufklärt? Die Reportage "Scheißjob Bulle?" geht diesen und anderen Fragen auf den Grund.

Thema:

Heute: Scheißjob Bulle?



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