Re: Land ohne Eltern
Info, Gesellschaft + Soziales • 24.11.2022 • 12:05 - 12:35
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Originaltitel
Re:
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
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Re: Land ohne Eltern

NGOs schätzen, dass aufgrund der massenhaften Arbeitsmigration fast die Hälfte aller moldauischen Kinder zeitweise ohne ein Elternteil aufwächst. Knapp zwei der vier Millionen Moldauer leben und arbeiten mittlerweile im Ausland, die meisten von ihnen in Ländern der Europäischen Union. Gerade auf dem Land fehlt den Menschen in Moldau die Perspektive. Es gibt keine Jobs, die das Überleben der Familie sichern würde, deshalb wandern sie ab und lassen ihre Kinder oft bei den Großeltern zurück. Doch der Preis dafür ist hoch: "Als wir nach langer Zeit wieder zurück nach Moldau gekommen sind, hat uns unsere eigene Tochter nicht mehr erkannt! Diese Momente sind so schmerzhaft", erzählt Sergiu, der Vater der zwölfjährigen Loredana. Seitdem Loredana zwei Jahre alt ist, leben Sergiu und Elena im Ausland - erst in Moskau, nun in der Nähe von London. Zweimal pro Jahr fahren sie zurück in die Heimat, zu Loredana. Eltern und Tochter kennen sich vor allem über den Computerbildschirm. Die Mutter der achtjährigen Sebastiana arbeitet als Kindermädchen in Deutschland. Sebastiana lebt bei ihren Großeltern in Tudora, einer kleinen Stadt im Südosten Moldaus. Vor allem die Sozialarbeiterin Veronica Mocan versucht so gut es geht, die Abwesenheit der Mutter zu kompensieren. Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter gibt es überall in Europa - aber nirgendwo sieht man die Auswirkungen auf die nachfolgende Generation so drastisch wie in der Republik Moldau - dem Land ohne Eltern.

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