Reisen in ferne Welten

  • Spektakuläre Landschaft im Kraterkessel von Mafate. Vergrößern
    Spektakuläre Landschaft im Kraterkessel von Mafate.
    Fotoquelle: ZDF/SR/Kerstin Woldt
  • Spektakuläre Landschaft im Kraterkessel von Mafate. Vergrößern
    Spektakuläre Landschaft im Kraterkessel von Mafate.
    Fotoquelle: ZDF/SR/Kerstin Woldt
  • Bizarre Kraterlandschaft ma Piton de la Fournaise. Vergrößern
    Bizarre Kraterlandschaft ma Piton de la Fournaise.
    Fotoquelle: ZDF/SR/Kerstin Woldt
  • Bizarre Kraterlandschaft ma Piton de la Fournaise. Vergrößern
    Bizarre Kraterlandschaft ma Piton de la Fournaise.
    Fotoquelle: ZDF/SR/Kerstin Woldt
Natur+Reisen, Landschaftsbild
Reisen in ferne Welten

3sat
Do., 14.06.
02:35 - 03:20
La Réunion - Naturwunder im Indischen Ozean


Wer nach La Réunion reist, fährt nach Frankreich - die offizielle Sprache ist Französisch, die Währung Euro: Die Insel ist französisches Übersee-Departement. Bei der Ankunft fühlt sich der Reisende allerdings eher wie auf Hawaii oder in der Karibik - Réunion ist eine tropische Insel und fasziniert durch eine überwältigende vulkanisch geprägte Landschaft und traumhafte Sandstrände. Die Insel liegt vor der ostafrikanischen Küste im Indischen Ozean, in Nachbarschaft zu Madagaskar und Mauritius. Es ist noch nicht lange her, dass Réunion zu den Top-Themen der Nachrichtenberichterstattung in Deutschland gehörte: Der Vulkan Piton de la Fournaise war ausgebrochen, glühende Lavaströme flossen über den Südosten der Insel. Für die Bewohner kein ungewöhnliches Ereignis: Der Piton de la Fournaise, übersetzt "Schmelzofen", ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Die ganze Insel ist aus vulkanischer Aktivität entstanden - zahlreiche spektakuläre - inzwischen grün überwucherte - Kraterkessel und der über 3000 Meter hohe erloschene Vulkan Piton de la Neige zeugen davon. Eine Wanderung auf den Piton de la Fournaise zum Sonnenaufgang gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen auf Réunion. Ein guter Grund, die Tour zu machen - wenn nicht gerade vor einem erneuten Ausbruch gewarnt wird. Das erfährt man rechtzeitig vom vulkanischen Observatorium zu Füßen des Piton de la Fournaise. Die Filmemacher beobachten den Leiter Thomas Staudacher und sein Team bei seiner Arbeit. Sie lassen auch Augenzeugen des letzten Ausbruchs zu Wort kommen und dokumentieren, wie sich die Landschaft durch die letzte Eruption verändert hat. Außerdem besuchen sie das Museum Maison du Volcan, das viele Bilder und Zeugnisse der Vulkangeschichte auf Réunion beherbergt. Réunion ist ein Naturparadies, das man sich soweit wie möglich zu Fuß erschließen sollte - und auch muss, denn viele großartige Regionen sind anders gar nicht erreichbar. Auch als Reiseziel wird die Insel überwiegend als ideales Terrain für Aktivurlaub angepriesen. Eine der herausragenden Touren ist die durch die drei Kraterkessel Cirque de Salazie, Cirque de Mafate und Cirque de Cilaos. Die Filmemacher schließen sich einer deutschen Reisegruppe an, die gerade während unseres Aufenthalts zu einer Trekking-Tour startet. Im März 2007 wurde ein Teil von Réunion zum Nationalpark erklärt. Die Filmemacher durchstreifen ihn mit einem Guide, der unter anderem die Hintergründe seiner Entstehung erklärt. Eines der großen Probleme der Insel ist die wachsende Bevölkerung. Die meisten Menschen leben in den Orten an der Küste, die sich mittlerweile schon so ausdehnen, dass sie eine fast durchgehende Siedlung bilden. Zum Teil wird schon das Hinterland bebaut. Damit die großartige Natur der Insel nicht gefährdet wird, wurde sie nun - zumindest ein Stück weit - unter Schutz gestellt. Der Antrag auf Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe soll bald folgen. Auf Réunion leben Menschen ganz unterschiedlicher ethnischer Herkunft zusammen: neben den Franzosen aus dem Mutterland vor allem Inder, Madagassen, Chinesen und Muslime. Sie sind Nachfahren asiatischer Plantagenarbeiter, die nach der Abschaffung der Sklaverei auf der Insel in Asien als billige Arbeitskräfte angeworben wurden. Die meisten indischen Nachfahren zum Beispiel leben in und um St. André. Der Film zeigt ihre Tempel, besucht eine Familie, die ein Bed & Breakfast betreibt und ihren Gästen bevorzugt die indische Küche näher bringt, und berichtet von den Vorbereitungen für das neue Museum für indische Kunst und Kultur, das demnächst eröffnen soll. Réunion gilt als Musterbeispiel für religiöse und kulturelle Toleranz, während andernorts auf der Welt Religionskriege toben. Der Film geht der Frage nach, warum das gerade in diesem Inselparadies so gut funktioniert oder ob hier nicht vielleicht auch ein Image gepflegt wird, das der Realität nicht entspricht. Die wechselvolle Geschichte der Insel hat auch Eingang gefunden in die heutige Musik und Folklore der Insel. Der Film begleitet eine Band bei ihrem Auftritt, erklären das Typische von Sega und Maloya, den typisch réunionesischen Gesängen und Tänzen. Die kreolische Küche auf Réunion ist ebenfalls von vielen verschiedenen Kulturen beeinflusst. Spezialität der Insel ist "carri", eine Art Curry, das in allen Variationen zubereitet wird. Für die Filmemacher sicher das ungewöhnlichste ist Curry aus Wespen - oder Fischlarven. Sie lassen sich überraschen Während der Osten der Insel mit dem Piton de la Fornaise und der vulkanischen Umgebung eher rau und abweisend wirkt, ist der Westen tropisch grün und geradezu lieblich. Hier ist Réunion auch ein Badeparadies, denn St. Gilles besitzt traumhafte palmengesäumte Sandstrände wie auf den Seychellen. St. Gilles ist denn auch die Partystadt der Insel, hier tummeln sich am Wochenende die jungen Leute, nicht nur am Strand, auch in den vielen Kneipen und Diskotheken.


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