England 1982. Von einem Herzinfarkt genesen kehrt die 63-jährige Penelope Keeling vom Spital in ihr Landhaus in den Cotswalds zurück. Die als Tochter des Kunstmalers Lawrence Sterne geborene Penelope kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Den vom liebevollen Künstlervater geprägten, unbeschwerten Kinder- und Jugendjahren folgte eine im Krieg geschlossene, unglückliche Ehe, der drei Kinder entsprangen: Nancy, Noel und Olivia. Die erstgeborene Nancy hat sich zu einer verbitterten und nörgelnden Ehefrau entwickelt, aus Noel ist ein erfolgsorientierter, egoistischer Karrierist geworden. Einzig Olivia , eine selbstbewusste und eigenständige Frau, hat die Herzenswärme ihrer Mutter geerbt. Zur Erholung reist Penelope daher nach Ibiza, wo Olivia seit drei Monaten mit dem charmanten Witwer Cosmo zusammenlebt. Dort wird sie zur mütterlichen Freundin von Cosmos Teenagertochter Antonia . Zurück in England fährt Penelope nach Cornwall. Während sie sich in ihrem Vaterhaus ihren Erinnerungen hingibt, entfalten Noel und Nancy eine fieberhafte Tätigkeit, um an das Erbe des Grossvaters zu kommen. Das Werk von Lawrence Sterne erlebt nämlich gerade eine Hausse auf dem Kunstmarkt. Sternes berühmtestes Gemälde, «Die Muschelsucher», zeigt einen Strand in Cornwall und war im Jahr 1940 sein Hochzeitsgeschenk an Penelope , als diese den Marineoffizier Ambrose heiratete. Es wurde keine glückliche Ehe, doch das Bild ist Penelope heilig. Denn Cornwall ist auch der Ort, wo sie ihre einzige wirklich grosse Liebe erlebt hat. «The Shell Seekers», weltweit über fünf Millionen Mal verkauft, ist Rosamunde Pilchers berühmtester Roman. Er wurde 1989 von der BBC bereits einmal mit Angela Lansbury in der Hauptrolle verfilmt. Für die englisch-deutsche Neuverfilmung wurden weder Aufwand noch Kosten gescheut. Ein kluges Drehbuch, sorgfältig ausgewählte Schauplätze und hochkarätige Darsteller zeichnen die unter britischer Regie entstandene Produktion aus. Erzählt wird die Geschichte in einer geschickten Montage von Jetztzeit und Rückblenden, getragen wird sie von der wunderbaren Vanessa Redgrave, der es gelingt, der Hauptfigur eine Tiefe zu geben, die gängigen Pilcher-Adaptionen oft abgeht. Ein Plus ist auch, dass die komplexe Geschichte nicht auf 90 Minuten komprimiert worden ist, sondern in zwei Teilen erzählt wird. Neben Vanessa Redgrave und Maximilian Schell ist mit Sebastian Koch ein deutscher Schauspieler mit von der Partie, der mit «Bridge of Spies» und «The Danish Girl» im internationalen Kino angekommen ist.