Roseggers Waldheimat - Ein Jahr im Zauberwald

  • Der Kluppeneggerhof im Herbst. Vergrößern
    Der Kluppeneggerhof im Herbst.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Epo Film/kreativkraf
  • Blick vom Hochschwab-Gipfel (2277m) zum Dachstein mit seinen Gletschern. Der erste Schnee kommt oft früh im Jahr. Schon Anfang Oktober ist der erste Schnee am Hochschwab gefallen. Vergrößern
    Blick vom Hochschwab-Gipfel (2277m) zum Dachstein mit seinen Gletschern. Der erste Schnee kommt oft früh im Jahr. Schon Anfang Oktober ist der erste Schnee am Hochschwab gefallen.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/ORF-Universum/FF
  • Die Winterfütterung der Rehe verhindert, dass die Tiere die jungen Triebe der Bäume anknabbern und schädigen. Vergrößern
    Die Winterfütterung der Rehe verhindert, dass die Tiere die jungen Triebe der Bäume anknabbern und schädigen.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Epo Film/kreativkraf
  • Herbstliche Nebel in den Tälern der Waldheimat. Vergrößern
    Herbstliche Nebel in den Tälern der Waldheimat.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Epo Film/kreativkraf
  • Hochschwab: Steinbock im frühsommerlichen Fellwechsel. Vergrößern
    Hochschwab: Steinbock im frühsommerlichen Fellwechsel.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/ORF-Universum/FF
  • Den Fischottern macht der Winter nichts aus. Ihr Bestand hat sich in der Waldheimat gut erholt. Vergrößern
    Den Fischottern macht der Winter nichts aus. Ihr Bestand hat sich in der Waldheimat gut erholt.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Epo Film/kreativkraf
Natur+Reisen, Landschaftsbild
Roseggers Waldheimat - Ein Jahr im Zauberwald

Infos
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2014
3sat
Mo., 04.02.
21:00 - 21:50


Im Winter eine Märchenlandschaft, im Sommer eine Region, um Geist und Seele zu erfrischen: So hat der Schriftsteller Peter Rosegger (1843-1918) seine "Waldheimat" in seinen Werken verewigt. Die steirische Region in den Fischbacher Alpen, die Rosegger beschrieb, zählt noch heute zu den waldreichsten Gebieten Österreichs. Hier, inmitten unberührter Natur und großen Tierreichtums, führt der Film durch alle vier Jahreszeiten. Ausgangspunkt für Klaus T. Steindls Dokumentation ist eine der berühmtesten Weihnachtsgeschichten Roseggers überhaupt: Von ihrem Hof auf fast 1200 Metern Seehöhe wandert die Familie des "Waldbauernbuben" am Weihnachtsabend zur Christmette ins Tal nach Sankt Kathrein. Dabei verirrt sich der kleine Bub im tiefen Wald: "Außer dem Rauschen des Windes in den Wäldern hörte ich nichts. Ich wusste nicht, wo ich war. Wenn jetzt ein Reh käme, ich würde es fragen nach dem Weg, vielleicht könnte es ihn mir weisen. In der Christnacht reden ja Tiere die menschliche Sprache ..." Noch heute ist die Landschaft zwischen Semmering und Hochschwab, die weitgehend unberührt blieb, ein geheimnisvoller Ort, wo sich die Natur gänzlich selbst überlassen ist. Ein Ort, der außerhalb jedes Zeitbegriffs zu stehen scheint - ein wahrer "Zauberwald". Neben diesem Wald hat die Region noch viele Kostbarkeiten zu bieten: Hirschbirnen zum Beispiel. Sie gelten heute als Besonderheit, noch vor zwei bis drei Generationen war der Hirschbirnenbaum ein weit verbreiteter Obstbaum in den bäuerlichen Hausgärten der Region. Die Bezeichnung "Hirsch" hat allerdings nichts mit den Hirschen zu tun, die es in dieser Region häufig gibt, sondern kommt von einem alten steirischen Wort für "Herbst". Heute werden diese spät reifen Birnen vor allem zu Säften und Schnäpsen verarbeitet. Tief verschneit können hier die Winter sein. Doch während sich die Rehe regelrecht einschneien lassen, toben die Fischotter im eiskalten Wasser: Ihr Pelz schützt sie bestens vor der Kälte. Im Frühling strotzt die Erde vor Feuchtigkeit. Noch sind die Bäume kahl und lassen das wärmende Sonnenlicht bis zum Boden des Waldes durch. Unter diesen Bedingungen explodiert die Natur: Am Fuße des Hochschwabs findet man dann Zigtausende von Krokusblüten, die den ganzen Wiesengrund mit Weiß oder Violett überziehen, und oft gar nicht weit davon entfernt dicht blühende Obstbäume - und in deren Schatten die scheuen Rehkitze. Der Sommer hat ein anderes Gesicht: kühlende Baumriesen, saftige Almen, übermütige Gamskitze auf den letzten Schneefeldern und träge Steinböcke am Hochschwab-Plateau. Im Herbst kehrt die Farbenpracht des Frühlings zurück - allerdings in anderen Tönen: Nun herrschen Gold-, Gelb- und Brauntöne vor. Der Film von Klaus T. Steindl führt durch ein ganzes Kalenderjahr in der Waldheimat. Steindl hat eine Rehgeiß übers Jahr beobachtet, die in diesem Zeitraum ihr Kitz bis zur Selbstständigkeit bringen muss. Bricht wieder der Winter an, muss das kleine Reh gelernt haben, eigenständig über die Runden zu kommen; denn wenn die Geiß im kommenden Frühjahr erneut Nachwuchs haben wird, dann ist an ihrer Seite kein Platz mehr für das nun bereits erwachsene "Kleine". Vieles davon hat auch Peter Rosegger in seinen Büchern beschrieben. 100 Jahre sind seitdem vergangen, doch der besondere Zauber der Waldheimat hält immer noch an.


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