In den 1970er-Jahren gelangte er zu (Welt-)Ruhm. 28 Spielfilme später macht sich Rudolf Thome im Alter von 74 Jahren noch einmal an die Vorbereitung eines neuen Kinofilms: "Überall Blumen". Als die Finanzierung scheitert, beschließt Thome, seinen Job als Regisseur aufzugeben. - Die ihm vertraute Schauspielerin und Dokumentarfilmerin Serpil Turhan hat Rudolf Thome von der Idee zu seinem neuen Projekt bis zur Aufgabe mit der Kamera begleitet. In den späten 1960er - und frühen 1970er-Jahren wurde der deutsche Regisseur Rudolf Thome unter anderem mit seinen Filmen "Detektive" (1969) und "Rote Sonne" (1970) international bekannt. Seit 1968 drehte er in gut vier Jahrzehnten 28 Langfilme. Als eine normale Finanzierung nicht zustande kommt, überlegt Thome, seinen neuen Kinofilm "Überall Blumen" durch eine Kickstarter-Kampagne zu realisieren. Aber Thome entscheidet sich schließlich gegen die in seinen Augen nicht-professionelle Produktionsweise und beschließt, seinen Job als Regisseur an den Nagel zu hängen und sein Leben neu auszurichten. Rudolf Thomes eigensinniges Werk ist in einer Kontinuität entstanden, die zu den Ausnahmefällen im deutschen Kino gehört. Das Verfassen des Drehbuchs von Film Nr. 29 und die Versuche, die Finanzierung auf die Beine zu stellen, sind der rote Faden dieses Porträtfilms, der ausschließlich aus Gesprächen und Beobachtungen an Thomes Wohnort, einem ehemaligen Bauernhof im Brandenburgischen besteht. Der Filmemacher gibt bereitwillig Auskunft. Man erlebt ihn außerdem als Gärtner, als Vater, als Fahrradfahrer und als Darsteller seiner selbst. Der Füllfederhalter gehört zu seinem Alltag genauso wie ein Online-Tagebuch und das Filmen von Sonnenuntergängen. Er freut sich über Rotschwänzchen, eine positive Rezension und Besucher auf seiner Website. Sein Filmschaffen kommt angenehm unsystematisch zur Sprache, ein Fehler in der Lichtbestimmung bei "Supergirl", die Nähe zu Marquard Bohm, die Schauspieler, die in seinen Filmen beim Zähneputzen zu sehen waren. Dass haufenweise Filmkopien in verrosteten Dosen in seiner Scheune liegen statt in einem Archiv, gehört zu den eher traurigen Momenten in diesem Film mit viel Witz, Herz und Verstand. Obgleich über allem die essenzielle wie existenzielle Frage nach einer neuen Zielsetzung für das eigene Leben im fortgeschrittenen Alter steht, ist "Überall Blumen" frei von Larmoyanz und Wehmut und widmet sich dem Thema voller Lebenslust und leiser Ironie an: en passant, leicht und humorvoll, ohne dabei Tragweite und Schwere zu leugnen - ganz so, wie es in den Spielfilmen von Rudolf Thome auch geschieht. Der Film hatte seine Welturaufführung bei den Special Screenings im Forum der Berlinale 2016. Serpil Turhan, geboren 1979 in Berlin, war von 1997 bis 2005 als Hauptdarstellerin in mehreren Kinofilmen von Thomas Arslan und Rudolf Thome zu sehen. Anschließend begann sie, selbst Dokumentarfilme zu drehen, und studierte Medienkunst/Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.