Eine viel befahrene Ausfallstraße mitten in Luzern, eine lärmige Straßenkreuzung: die Baselstraße, auch "Rue de Blamage" genannt. Ihren Spitznamen bekam sie bereits in den 1960er-Jahren. Die Straße ist Ghetto, Drogenbeschaffungszone, Bordell, und Freiraum zugleich. Für viele Bürger ein Schandfleck in der sonst so stolzen Touristenstadt. Die Sendung zeigt die charakteristischen Gesichter dieser Straße und erzählt ihre Geschichten. Da sind ein Künstler, der sich mit der schweren Erkrankung seines "Models" konfrontiert sieht; ein heroinabhängiger Straßenmusiker, der eine Beziehung zu seinem Kind sucht; ein Schweizer Frührentner und Stadtoriginal, der den ganzen Tag die Straße beobachtet; seine Nachbarin, eine Domina und Bordell-Betreiberin, die über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen sinniert; sowie ein somalischer Student, der in seiner Heimat Präsident werden will. Die Baselstraße ist in letzten Jahren auch eine neue Heimat für Migranten aus der ganzen Welt geworden. Und für viele Schweizer ein letztes Refugium, wo sie noch so leben können, wie sie wollen - auch ohne dickes Portemonnaie. Eine Gesellschaft von gestrandeten Menschen im Schatten der "Leuchtenstadt", die sich den unwirtlichen Asphaltstreifen der Baselstrasse teilen und umso hartnäckiger an ihren Träumen und Sehnsüchten festhalten. Und je tiefer der Film in die Welt und die Geschichten seiner Protagonisten eintaucht, desto mehr erzählen sie über die unruhigen Ränder Europas - und über die Bruchstellen helvetischer Befindlichkeit.