SOS Südsee - das Wasser kommt

  • Marshall Inseln. Das höchste sind die Palmen. Der Rest ist fast auf Meereshöhe. Vergrößern
    Marshall Inseln. Das höchste sind die Palmen. Der Rest ist fast auf Meereshöhe.
    Fotoquelle: ZDF/NDR/Uwe Schwering
  • Im Keller des Atomdoms tritt Plutonium aus. Und das Wasser kommt näher. Vergrößern
    Im Keller des Atomdoms tritt Plutonium aus. Und das Wasser kommt näher.
    Fotoquelle: ZDF/NDR/Uwe Schwering
  • Hier oben in den Bergen auf Fidschi sollen die Menschen von Kiribati eine Zuflucht finden. Vergrößern
    Hier oben in den Bergen auf Fidschi sollen die Menschen von Kiribati eine Zuflucht finden.
    Fotoquelle: ZDF/NDR/Uwe Schwering
Natur+Reisen, Natur und Umwelt
SOS Südsee - das Wasser kommt

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
3sat
Fr., 30.11.
20:15 - 21:00


Die Inseln der Südsee sind bedroht durch den Klimawandel: Der Meeresspiegel steigt. Was tun? Der Film zeigt das Leben auf Kiribati, auf den Fidschi-Inseln und den Marshallinseln. Anflug auf Tarawa, die Hauptinsel von Kiribati. Spült der Klimawandel jemals Land von der Karte, dann hier - im Pazifikstaat an der Datumsgrenze. Die Menschen hier lebten lange am, mit und vom Wasser. Jetzt kämpfen sie gegen das Wasser. Maria Kabiriera knüpft Pflanzenmatten und zählt nach, wie oft sie wegen der Fluten schon umgezogen ist. Vier Mal haben sie und die anderen Bewohner schon die Hütten versetzt. Die Wellen schwappen direkt bis ins Haus. Alle haben Angst, dass die großen Wellen wiederkommen und das Zuhause zerstören. Der Ozean frisst die Insel auf. Bei Ebbe liegt der Küstensockel frei, und eine Korallenwüste kommt zum Vorschein. Bis vor 15 Jahren standen hier noch Palmen, es gab noch Strand. Der ist nun weg, stellenweise über Hunderte von Metern. Fidschi liegt drei Flugstunden entfernt. Fidschi ist nicht nur flaches Land, hier gibt es auch Berge. Kiribatis Ex-Präsident hat auf Fidschi für knapp neun Millionen Dollar Land gekauft für sein Volk. Das brachte ihm viel Publicity im Klimakampf und seinen Leuten ein Gefühl von Sicherheit. Er will sein Land evakuieren, wenn das Wasser steigt. Eine radikale Lösung. Denn wer Kiribati verlässt, muss lernen, neu zu leben: als Bauer im bergigen Tropenwald statt auf dem Riff, das Meer weit weg. Die immer häufiger überfluteten Marshallinseln zu verlassen, das ist für Staatschefin Hilda Heine überhaupt keine Option. Zu viele Einwohner leben nach den Atomtests der Amerikaner seit den 1960er-Jahren als Migranten im eigenen Land. Sie wissen, wie es sich anfühlt, heimatlos zu sein. Die steigenden Fluten bedrohen sie doppelt: Ihre Häuser werden fortgespült, und der Betonsarkophag, der die strahlende Hinterlassenschaft der Amerikaner abschirmen soll, ist undicht. Im Keller entweicht Plutonium. Das steigende Meer ist nicht mehr weit weg. Trotzdem lässt sich Hilda Heine nicht unterkriegen. Sie denkt positiv, auch wenn der Klimawandel ihr den Schlaf raubt. Ihre Strategie: unermüdlich die Gefahren entschärfen, das Leben anpassen an die steigenden Fluten. Mit Flutwällen und -mauern, mit Sandvorspülung und Landgewinnung - und einer ordentlichen Portion Optimismus.


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