Sachsenburg - das vergessene KZ

  • Geschichtslehrerin Anna Schüller hat in unzähligen Stunden über die Vergangenheit von Sachsenburg recherchiert: Sie stieß auf Hunderte Namen - von Opfern und Tätern. Sie setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Sachsenburg eine Gedenkstätte bekommt. Vergrößern
    Geschichtslehrerin Anna Schüller hat in unzähligen Stunden über die Vergangenheit von Sachsenburg recherchiert: Sie stieß auf Hunderte Namen - von Opfern und Tätern. Sie setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Sachsenburg eine Gedenkstätte bekommt.
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    Kommandantenvilla
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    Sachsenburg
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  • Marlis Apitz, Witwe von Bruno Apitz erzählt von den Erinnerungen ihres verstorbenen Mannes an die langen Jahre in Lagerhaft. Vergrößern
    Marlis Apitz, Witwe von Bruno Apitz erzählt von den Erinnerungen ihres verstorbenen Mannes an die langen Jahre in Lagerhaft.
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    heutige Eigentümer Marcel Hett
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    Zellentrakt in Sachsenburg
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    Sachsenburg
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    Thomas Firmenich, Bürgermeister Stadt Frankenberg
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Report, Zeitgeschichte
Sachsenburg - das vergessene KZ

MDR
Di., 29.01.
21:00 - 21:45


Idyllisch am kleinen Fluss Zschopau gelegen steht in Sachsenburg bei Chemnitz ein monumentaler Fabrikkomplex: Die alte Baumwollspinnerei war ab 1933 ein frühes Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Hier wurden tausende Häftlinge inhaftiert und gefoltert, einige ermordet. Und zahlreiche alte Film- und Fotodokumente belegen: Sachsenburg war eine wichtige Station auf dem Weg zu den späteren großen NS-Lagern wie Buchenwald. Hier wurden nicht nur Foltermethoden erprobt, sondern es begannen auch Karrieren, wie die des SS-Lagerkommandanten Karl Otto Koch, der von Sachsenburg über Sachsenhausen nach Buchenwald kam. Aber auch jener Häftling, dessen Roman "Nackt unter Wölfen" über einen versteckten Jungen im KZ nach dem Krieg ein Welterfolg wurde, saß zuerst in Sachsenburg: Bruno Apitz. Seine Witwe Marlis Apitz erzählt von den Erinnerungen ihres verstorbenen Mannes an die langen Jahre in Lagerhaft. Während jedoch Buchenwald bedeutender Erinnerungsort wurde, geriet die grausame Geschichte von Sachsenburg nahezu in Vergessenheit. In der DDR wurde die Textilfabrik wieder als Spinnerei genutzt. Nach der Wiedervereinigung wurde nicht nur der kleine Gedenkraum in der Fabrik abgewickelt, sondern sogar angezweifelt, dass Sachsenburg überhaupt ein KZ gewesen sei. Der heutige Eigentümer Marcel Hett erzählt, wie er vom NS-Terror in seiner Immobilie erfuhr und unterstützt die Einrichtung einer künftigen Gedenkstätte. Seit Jahren setzen sich wenige Engagierte ehrenamtlich dafür ein, dass dieser Ort und dessen Geschichte nicht in Vergessenheit geraten. Eine davon ist die Rentnerin Gisela Heiden, deren Opa Hans Riedel im Jahr 1933 als junger Kommunist für einige Wochen in Sachsenburg gefangen war und gequält wurde. Die junge Geschichtslehrerin Anna Schüller hat in unzähligen Stunden über die Vergangenheit von Sachsenburg recherchiert: Sie stieß auf Hunderte Namen - von Opfern und Tätern. Sie setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Sachsenburg eine Gedenkstätte bekommt. Nunmehr hat sie für die Stadt Frankenberg das Konzept erstellt, auf dessen Grundlage ein kleiner Teil des ehemaligen Lagers zur Gedenkstätte werden soll. Der Film erzählt nicht nur von einem weithin unbekannten Konzentrationslager und dem schwierigen Umgang damit. Die Geschichte Sachsenburgs offenbart auch Defizite der sächsischen Erinnerungspolitik. In einer unruhigen politischen Zeit, in der die Demokratie vielerorts wieder offen in Frage gestellt wird, zeigt der Film, wie schnell Andersdenkende ihrer Rechte beraubt werden, wenn autoritäre Willkür regiert.


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