Sarah ist erst zehn und weiß, dass sie nur noch wenige Jahre zu leben hat, denn ihr Körper altert im Zeitraffertempo. Sie hat die Krankheit Progerie. Das bedeutet so viel wie "frühes Alter". Trotzdem strahlt das Mädchen vor Lebensfreude. Sarah und ihre Mutter Lisbeth haben dem Dokumentarfilmer Manfred Corrine die Tür zu ihrem Leben geöffnet. Ein Jahr lang hat er Sarah mit der Kamera begleitet. Er war dabei bei stillen, nachdenklichen Momenten zu Hause und in der Schule, wo Sarah in einer Integrationsklasse viele Freunde gefunden hat. Auf einer Reise nach Italien zur Vulkaninsel Stromboli - es war der größte Wunsch des Mädchens, einmal im Leben einen aktiven Vulkan aus nächster Nähe zu sehen. Und beim europäischen "Progerie-Treffen", wo sie mit anderen Kindern, die dieselbe Krankheit haben, ausgelassen spielen kann. Das Auftreten von Progerie (auch als Hutchinson-Gilford-Syndrom bekannt) ist äußerst selten - derzeit sind etwa 40 erkrankte Kinder weltweit bekannt. Im März 2003 konnten eine französische und eine amerikanische Gruppe von Wissenschaftlern die genetische Ursache für die Krankheit finden. Das vorzeitige Altern wird durch ein fehlendes Protein verursacht, welches den Zellkern stabilisiert. Diese Erkenntnis ist die Basis, um das Krankheitsbild zu erforschen, von Heilmethoden kann derzeit nur geträumt werden. Ihre Mutter Lisbeth betrachtet Sarah als Geschenk für kurze Zeit. "Sarah ist von allem Lebendigen begeistert, ob das Bakterien, Mäuse oder Blumen sind. Und sie schafft es auch, mit ihrer Begeisterung andere anzustecken und mitzureißen, sodass auch sie das Wunder des Lebens erkennen", erzählt sie. Diese positive Einstellung hat ihr geholfen, ihr besonderes Schicksal zu meistern. Als Pressesprecherin des europäischen Vereins "Progeria Family Circle" will sie diese Einstellung auch den Familienangehörigen anderer betroffener Kinder vermitteln. Regisseur Manfred Corrine, für sein "Universum" über die Donauinsel mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, hat ein Porträt über ein außergewöhnliches Mädchen gestaltet. Manfred Corrine: "Die Begegnung mit Sarah war sehr beeindruckend. Durch die kurze Zeit, die ihr noch bleibt, leben sie und ihre Mutter mit einer ungeheuren Intensität. Das hat mir geholfen, das Geschenk des Lebens neu zu begreifen."