Schätze der Welt

Report, Dokumentation
Schätze der Welt

Infos
Produktionsdatum
2007
NDR
So., 13.01.
06:45 - 07:00
Castel del Monte, Italien - Die steinerne Krone Apuliens


Von welcher Seite man sich Castel del Monte auch nähert, der mächtige vollkommen symmetrische, achteckige Bau mit einen Kranz von ebenfalls achteckigen Türmen erscheint immer gleich. Doch variiert der helle Stein im Laufe des Tages seine Farbe vom warmen Goldton bis zum gleißenden Weiß, und die wandernden Licht- und Schattenzonen geben den schlichten Randflächen ständig wechselnde Raumtiefe. Das Licht wird zum Teil der Architektur, es formt den Baukörper, formt ihn zur "steinernen Krone Apuliens". Der Bauherr Friedrich II. trug vier goldene Kronen: Er war Deutscher König, römischer Kaiser, König von Jerusalem, und schon als Dreijähriger wurde der Stauferkaiser in Palermo zum König über Sizilien gekrönt. Friedrich II. wurde bewundert und gehasst, als Erlöser prophezeit und als Antichrist verflucht. Verflucht und gebannt von drei Päpsten. Der Kaiser verfolgte zwar die Ketzer, doch Andersgläubigen gewährte er Religionsfreiheit. Er nahm sich die Freiheit, in einer Zeit, in der die Kirche der Wissenschaft und dem Wissen ihre Grenzen setzte, Fragen zu stellen und Überliefertes infrage zu stellen. "Stupor mundi", das Staunen der Welt wurde er genannt. Er gründete eine Universität in Neapel, führte mit Philosophen Gespräche, auch mit den Gelehrten anderen Glaubens, mit islamischen Weisen. Er war an der Magie interessiert und bewandert in den mystischen Lehren. Auf den Gesetzen der Zahlenmystik beruht auch der Grundriss des Castel del Monte, ein Grundriss, wie er sonst nur sakralen Räumen eigen ist. Ob Friedrich II., der "Puer Apuliae", der Knabe aus Apulien, je das Castel del Monte betrat, darüber gibt es kein Zeugnis. Das Mittelalter beherrschte die Sprache der Bilder und Zeichen, und das Castel del Monte ist Bauwerk und Symbol. Ein Wahrzeichen von Macht und Mystik.


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