Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Natur + Reisen, Tourismus
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Infos
Originaltitel
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2006
SWR
So., 03.11.
06:00 - 06:30


Portugal/Italien Farbenfrohe Fassaden, rot, maisgelb, blau gekachelt. Lustig flattert die Wäsche auf den schmiedeeisernen Balkonen. In den engen Gassen der Duft von gegrillten Sardinen. Die Ribeira, die Postkarten-Häuserzeile von Porto, spiegelt ein trügerisches Bild im Douro. Denn wer sich wirklich ins Gewirr der Gassen wagt, entdeckt auch andere Farben und Gerüche. Armut, Drogenhandel, räudige Katzen, kreischende Frauen, trinkende Männer, aber auch spielende Kinder. Es ist, als spaziere man durch das Privatleben der Menschen. Hinter jeder Ecke eine Kurzgeschichte. Porto macht unruhig. Die bedeutende Barockfassade ist zwischen Häusern eingekeilt, reiche Stadtpaläste verstecken sich im Grau, mittelalterliche Turmhäuser recken sich neben Brandmauern hinter Wellblech. Nichts passt zusammen und genau das wirkt wieder authentisch. Viele Portugiesen heißen José oder Carlos und haben Väter, die als junge Männer nach Amerika ausgewandert sind. Geflohen vor der Armut oder der Diktatur, denn in Porto war man schon immer gegen falsche Obrigkeiten und für die Freiheit. Die süditalienischen "Sassi di Matera" bezeichnete man 1950 als "nationale Schande", 40 Jahre später als einmaliges Beispiel einer Siedlung, "die sich in perfekter Harmonie mit dem Ökosystem" über Jahrtausende entwickelte. Sie bestehen aus Höhlen, Brunnen und einem ausgefeilten Bewässerungssystem aus der Bronzezeit. Die erste Besiedlung gab es schon in der Steinzeit und alle Epochen und Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen. Traurige Berühmtheit erlangten die Sassi mit dem Roman von Carlo Levi "Christus kam nur bis Eboli" und daraufhin kamen plötzlich aus Menschen aus Rom, um die dortigen Verhältnisse zu studieren. Hier lebten Mensch und Tier in fensterlosen Höhlen, ohne Strom, ohne fließendes Wasser. 20.000 Bewohnerinnen und Bewohner wurden in den 1960er Jahren in weiter oben gebaute Sozialwohnungen umgesiedelt. Sie erinnern sich noch, diese Menschen, die jetzt in gekachelten, geheizten Wohnungen sitzen. Erinnern sich an die Entbehrungen, an den Ort ohne Straße, aber auch an das einzigartige Zusammenleben in Nachbarschaften, "vicinati" genannt, bedingt durch den Zugang zum Wasser. Sie erinnern sich an Höhlen, Höfe, Wasserläufe, Dachgärten und Felskirchen, an einen Lebensraum in Harmonie mit der rauen Landschaft.

Thema:

Heute: Weggehen um anzukommen - Porto und Sassi di Matera (Portugal und Italien)



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