Schätze der Welt

Report, Dokumentation
Schätze der Welt

NDR
So., 18.03.
06:45 - 07:00
Die Namib, Namibia - Der Ort an dem nichts ist


Die Namib am südlichen Ende von Afrika ist eine der ältesten Wüsten der Erde. Sie war nie ein grünes Paradies wie es die Sahara noch vor 10.000 Jahren war. Namib bedeutet in der Sprache der Ureinwohner "Ort, an dem nichts ist". Diesen Eindruck bestätigen endlose Fahrten über Sandpisten, einem Horizont entgegen, an dem flimmernde Berge und Seen locken, die sich als Fata Morgana erweisen. Nirgendwo sonst auf der Erde hatte die Evolution mehr Zeit, sich den extremen Bedingungen anzupassen. Es gibt Gegenden in der Namib, in denen es fast nie regnet. Trotzdem können dort Tiere und Pflanzen existieren, was an deren genialen Überlebensstrategien liegt, die in Anbetracht des ungebremsten Klimawandels neue Bedeutung gewinnen. Die Suche nach dem Leben endete manchmal in den Sandstürmen riesiger, wandernder Dünen. Umso größer die Überraschung, wenn sich dann ein Gecko oder eine Schlange im Sand auf Nahrungssuche machen. Die Reise in der Namib führt die Grenzen der Zivilisation auf und macht vorstellbar, wohin die Erde abdriften könnte. Die Bilder scheinen wie von einem anderen Planeten, wenn ein einsames Chamäleon seinen Blick über die Mondlandschaft schweifen lässt oder eine 1.000 Jahre alte Welwitschia dort blüht, wo sonst nichts wächst. Nur wenige Menschen leben entlang der ausgetrockneten Flusstäler. Die Topnaar suchen die Nahrung für sich und ihre Tiere in der Wüste. Dazu zählt beispielsweise die Nara, eine kürbisähnliche Frucht. Doch es wird immer schwieriger, sie zu finden. Die Menschen wissen nicht, wie lange ihr 100 Meter tiefer Brunnen noch Wasser hergeben wird. Irgendwann werden auch sie an den Rand der Stadt ziehen müssen. Im Dead Vlei, dem toten Fluss, gibt es schon seit 500 Jahren kein Wasser mehr. Eine riesige Sanddüne versperrte dem Fluss den Weg und löschte alles Leben aus. Anklagend ragen die verwitterten, schwarzen Gerippe uralter Bäume aus dem Sand. Andere Orte dagegen erwachen unerwartet zu neuem Leben. Da wo gerade noch staubige Trockenheit war, verdunkelt sich die Sonne. Nebel überzieht alles mit seinen feuchten Schwaden. Die stacheligen Äste der Nara und der Kameldornbüsche werden zu Kollektoren, in denen sich Millionen Wassertropfen sammeln. Ein Schwarzkäfer krabbelt auf die Kuppe der Düne, streckt seine Beine aus und filtert Wasser aus der feuchten Luft. Nach wenigen Stunden ist alles vorbei. Entscheidenden Einfluss auf das Klima der Namib hat der kühle Benguelastrom im Atlantik, der an der Küste Namibias entlang fließt. Es heißt, seine Temperatur hätte sich in den letzten 25 Jahren um zwei Grad erhöht. Inwieweit sich das Millionen Jahre alte Ökosystem der Namib dadurch verändert, wird gerade erforscht.


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