Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

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Fotoquelle: DW
Report, Dokumentation
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
1991
SWR
Sa., 16.06.
08:30 - 08:45
Palermo ist ein Mosaik, Italien


Die Sizilianer erinnern sich gerne an die ferne, zwei Jahrhundert währende, arabische Episode ihrer Insel. Überall finden sich arabische Reminiszenzen: in der Architektur, in der Sprache, in Küche, Bräuchen und auch im Prunk der Kathedralen. Doch vieles was arabisch scheint, ist in Wahrheit normannisch, so auch der Palast von Maredolca. Ein Beispiel für das Normannisch-Arabische Erbe, das die Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet hat. Die Kulturgeschichte Siziliens ist labyrinthisch. Wie die unterirdischen Bewässerungssysteme. Der Palast befindet sich in Restauration, er wird auch Palast La Favara genannt und liegt in Brancaccio, einem der Viertel Palermos, die dem Besucher nicht ganz geheuer sind. Palazzo d'Emiro ist ein weiterer Name für dieses Gebäude, und als Emirspalast galt er auch in der wissenschaftlichen Literatur. Denkt man sich die abenteuerlichen Ein - und Anbauten weg, in denen bis vor einigen Jahren arme Familien, mit Genehmigung der zuständigen Paten und ohne Kenntnis der Behörden, ihre karge Bleibe hatten, so könnte man sich nichts leichter an diesem Ort vorstellen als einen arabischen Potentaten und seinen Hofstaat. Vor allem des riesigen Bassins wegen, heute bestenfalls ein Sumpf. Damals ragte der Palast wie eine Halbinsel in das Bassin und spiegelte sich in seinem Wasser. Jüngste Ausgrabungen jedoch bewiesen: Sowohl der Palast als auch das Bassin wurden von Normannen gebaut, auf einem Fundament der Araber. Normannische Ritter hatten Sizilien den Arabern im elften Jahrhundert entrissen und ein eigenes Königreich begründet. Trotz aller über Jahrzehnte andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen waren sie es vermutlich, die als erste die arabische Epoche "mit einem gewissen Behagen" sahen. Denn sie zerstörten nicht, was sie vorfanden, sondern übernahmen, was ihnen gefiel. Die Eroberer, in der klugen Erkenntnis, dass sie keinen eigenen Stil zu bieten hatten, außer auf dem Schlachtfeld, passten sich den Eroberten an. Darin ein Miteinander der Kulturen zu sehen bedeutet wohl, heutige Wunschvorstellungen in die Vergangenheit zu projizieren. Aber zu Recht spricht man von einem arabisch-normannischen Stil, wenngleich dieser Begriff außer Acht lässt, dass dieser Stil auch durch byzantinische Einflüsse geprägt ist. Wie anders? Den Arabern vorangegangen war eine lange byzantinische Phase, und die meisten Bewohner der Insel sprachen Griechisch. Die Kulturgeschichte Siziliens ist labyrinthisch. Wie die unterirdischen Bewässerungssysteme. Sie heißen Qanat; das Wort scheint arabisch, hat aber viel ältere Wurzeln. Dennoch haben die Araber die unterirdischen Kanäle gebaut, nimmt man an. Oder ihre Nachfahren. Oder ihre Vorgänger. Das Bild ist verwirrend, oder, mit den Worten von Palermos Bürgermeister, Leoluca Orlando: "Palermo ist kein Bild. Palermo ist ein Mosaik."


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