Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Logo Vergrößern
Logo
Fotoquelle: DW
Report, Dokumentation
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
1991
SWR
So., 24.06.
06:00 - 06:30
Zwischen Himmel und Hölle - Olinda und Ouro Preto, Brasilien


"Olinda ist keine Stadt, sondern ein Garten vollgestopft mit Meisterwerken!" Diese poetische Einschätzung gab der Unesco-Beauftragte ab, als er Olinda in knappen Worten beschreiben sollte. Der kleine Ort im Norden Brasiliens ist tatsächlich so reich an Eindrücken, dass es dem Betrachter schwer fällt, sich zwischen den naturgegebenen und den architektonischen Kunstwerken für das Schönere auszusprechen. Der Film beschreibt die unverwechselbare Mischung aus Natur, Licht und Architektur. Nur erahnen kann der Betrachter dabei den Wind, der ständig eine Brise über das Meer nach Olinda trägt und dabei trotz der glühenden Sonne für angenehme Temperaturen sorgt. In den auf acht Hügeln errichteten zahlreichen Klöstern der Stadt liegen Geschichten aus über 400 Jahren verborgen. Das Schicksal der ersten portugiesischen Siedler, die schon Anfang des 16. Jahrhunderts in Olinda ihre Häuser bauten, spricht immer noch aus den Ruinen der ältesten Kirchen Olindas. Aus dieser Zeit stammt auch der Name Olinda. Als die Portugiesen hier im Jahr 1535 zum ersten Mal vor Anker gingen, fanden sie ideale Bedingungen zur Gründung einer Siedlung vor. Ihr Anführer Duarte Coelho Pereira soll einen der Hügel bestiegen haben und beim Anblick der Region "Ò linda situacam para se fundar uma villa!" (Oh, welch schöner Ort um eine Stadt zu gründen) ausgerufen haben. Auch heute noch kommt kein Zweifel an der Euphorie der ersten Siedler auf. Ouro Preto, schwarzes Gold, das ist der Name der Stadt und steht gleichzeitig für ihre Geschichte. Die ersten Pioniere im 17. Jahrhundert haben sich hier niedergelassen, weil die Goldfunde alles übertrafen, was die Portugiesen in Brasilien zuvor entdeckt hatten. Die gesamte, damals viele Tagesreisen von der Küste entfernte Gegend barg so große Mengen des Edelmetalls, dass die Kolonialherren Zehntausende von Sklaven aus Afrika nach Brasilien einschifften, um die Bodenschätze auszuheben. Der Film zeigt die Architektur einer der bedeutendsten Goldgräberstädte der Welt und die Geschichte seines wichtigsten Baumeisters: Antonio Francisco Lisboa. Er ist mit seinem Werk und seiner tragischen Lebensgeschichte eng mit dem Schicksal seiner Stadt verbunden. Lisboa wurde bekannt unter seinem Spitznamen "O Aleijadinho" , weil er unter einer unheilbaren Krankheit litt, die seinen Körper ähnlich wie Lepra langsam zersetzte. Die Spuren, die er durch seine Skulpturen, Reliefs und architektonischen Arbeiten in Ouro Preto hinterlassen hat, sind von einer einzigartigen Kraft und Schönheit. O Aleijadinho muss in seinen späteren Lebensjahren schlimme Qualen bei der Arbeit erlitten haben. Trotzdem schuf er bis zu seinem Tod 1813 unermüdlich neue Varianten des später als "Barocco Mineiro" bezeichneten Stils. Er band sich zuletzt die Bildhauerwerkzeuge an seine Arme, als er die Hände nicht mehr gebrauchen konnte und kämpfte mit Schönheit gegen die eigene schreckliche Verkrüppelung an - ein Leben zwischen Himmel und Hölle.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

WDR Dr. med Heinz-Wilhelm Esser ist Doc Esser.

Servicezeit - Doc Esser & Co. - Urlaub und Reise

Report | 25.06.2018 | 18:15 - 18:45 Uhr (noch 26 Min.)
/500
Lesermeinung
Sport1 Yukon Gold

Yukon Gold - Saisonstart

Report | 25.06.2018 | 20:00 - 21:00 Uhr
2.25/504
Lesermeinung
ARD Mit dem Prager Fenstersturz im Mai 1618 beginnt der Dreißigjährige Krieg und damit der letzte große Religionskrieg in Europa. Er weitet sich zu einem Flächenbrand aus, in den nahezu alle europäischen Mächte des damaligen Europa verwickelt sind. Erst als Millionen Menschen gestorben sind und der halbe Kontinent verwüstet ist, können sich Europas Katholiken und Protestanten im Westfälischen Frieden auf eine neue Ordnung des Zusammenlebens einigen. Der Film lässt fünf Menschen erzählen, wie sie den Dreißigjährigen Krieg erlebt und erlitten haben. Alle haben wirklich gelebt, Spuren und Zeugnisse hinterlassen und waren zugleich Opfer und Täter. Bild: Söldner Peter Hagendorf. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.

TV-Tipps Glauben, Leben, Sterben - Menschen im Dreißigjährigen Krieg

Report | 25.06.2018 | 22:30 - 00:00 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Netflix-Content-Chef Ted Sarandos muss bald mit einem Streamingangriff der deutschen Sender rechnen.

Streaming-Anbieter wie Netflix und Amazon Prime Video werden für die deutschen TV-Sender immer mehr …  Mehr

Die Fußball-WM 2018 wird im Olympiastadion Luschniki am 14. Juni 2018 eröffnet und am 15. Juli 2018 mit dem Finale beendet. Das Rund bietet Platz für 81.000 Zuschauer und ist das größte Fußballstadion in Russland.

Die jeweils letzten beiden Gruppenspiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland finden zeitgleich…  Mehr

"Dark" von Netflix erzählt eine verschachtelte Mystery-Geschichte mit Louis Hofmann in der Hauptrolle. Nun haben die Dreharbeiten zu Staffel zwei begonnen.

Zum Start der Dreharbeiten hat Netflix verraten, worum es in Staffel der Serie "Dark" gehen wird. So…  Mehr

Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft wollen ihren WM-Titel verteidigen.

Spätestens seit dem 14. Juni 2018 wird die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland das beherrschende T…  Mehr

Im August wird geflirtet! Dann kommt Matthias Brüggenolte (mit Melanie Wiegmann) als Tennislehrer Joe Möller an den Fürstenhof.

Flirtoffensive bei "Sturm der Liebe": Im August stellen zwei Gäste den Fürstenhof auf den Kopf und h…  Mehr