Von einem solchen Lebenslauf können viele ihrer gleichaltrigen Berufskolleginnen und -kollegen nur träumen. Mit erst 25 Jahren ist Sophie Passmann bereits Bestseller-Autorin, preisgekrönte Slam-Poetin, Moderatorin und Kolumnistin. Parallel dazu hat sie ihren Master in Politikwissenschaften und Philosophie abgeschlossen. Die deutsche Feministin scheut nicht davor zurück, ihre Meinung kundzutun. Dafür setzt sie auf verschiedene Plattformen: Auf Twitter lesen täglich fast 100'000 Personen ihre teils sehr provokativen Tweets, auf Instagram kommt sie auf über 80'000 Abonenntinnen und Abonennten. Bei Auftritten in Jan Böhmermanns Satireshow "Neo Magazin Royale" zeigt Passmann auch ihre humoristische Seite, macht sich über ihre eigene SPD-Mitgliedschaft lustig oder begibt sich auf realsatirische Spurensuche nach übergriffigem Verhalten in der deutschen Filmbranche. Auch in "Alte weisse Männer" zeigt sich dieser Gegensatz: Mal moralisierend, mal relativierend, mal versöhnlich seziert sie die Aussagen der von ihr interviewten Männer und kommt zum Schluss: "Jeder Mann ist sexistisch." Was meint sie damit? Werden weisse privilegierte Männer in einem gewissen Alter unter Generalverdacht gestellt? Und ist das eine umgekehrte Form von Sexismus, wenn sie auf diese Weise an den Pranger gestellt werden? Vor Konfrontationen und Kritik schreckt Passmann nicht zurück. Doch wie reagiert sie, wenn sie diejenige ist, die kritisch hinterfragt wird, noch dazu von einem Moderator, der scheinbar ihre Definition des "alten weissen Mannes" erfüllt?