In Wahrheit sind Andrea Sawatzki und Christian Berkel glücklich verheiratet, in der neuen ARD-Komödie "Scheidung für Anfänger" geben sie sich aber ordentlich eins auf die Mütze!

Anja (Andrea Sawatzki) und Christoph Bremermann (Christian Berkel) stehen kurz vor der silbernen Hochzeit – und vor der Trennung. 24 Jahre sind sie verheiratet, doch das Feuer der Liebe ist erloschen. "Wir sind schon lange kein Team mehr", heißt es gleich zu Beginn der Komödie "Scheidung für Anfänger", nun als TV-Premiere im Ersten zu sehen. Eine friedliche Lösung schwebt beiden vor, alles soll harmonisch ablaufen. Man hasst sich ja nicht, man passt nur nicht mehr zusammen. Doch als sich Christoph damit konfrontiert sieht, dass er das Gesamtvermögen von 622.000 Euro bei einer Scheidung 50:50 mit seiner Frau teilen müsste, ist er entsetzt. Schließlich hat er doch das Geld verdient! Das konnte er aber nur, weil sich Anja zu Hause um den Nachwuchs gekümmert hat. Die Fronten verhärten sich, Christophs alte Flamme Moni (Katharina Müller-Elmau) sorgt für zusätzlichen Wirbel, und irgendwann mündet das Ganze in eine regelrechte Schlammschlacht ...

"Heiraten ohne Ehevertrag, das ist und bleibt ein kolossaler Fehler!", betont Anwalt Jonas Hansen (Pierre Besson), als Christoph sein neuer Mandant wird. Das Ehepaar Bremermann muss nämlich schnell feststellen, dass eine friedliche Lösung gar nicht mehr möglich ist: Geheimnisse hier, hinterhältige Rache-Aktionen dort – fast fühlt man sich an die schwarze Komödie "Der Rosenkrieg" (1989) von Danny DeVito erinnert, in der sich einst Kathleen Turner und Michael Douglas bis aufs Blut bekämpften.

Ganz so krass eskaliert der ARD-Film selbstverständlich nicht, für eine Produktion der Öffentlich-Rechtlichen ist "Scheidung für Anfänger" aber durchaus rabiat und absurd ausgefallen – das Werk von Regisseur Thorsten M. Schmidt und Autorin Nina Bohlmann profitiert zudem von seinen spielfreudigen Akteuren.

Interessanterweise sind die Hauptdarsteller auch im echten Leben miteinander verheiratet – "Scheidung für Anfänger" ist auch nicht das erste gemeinsame Projekt, in dem Sawatzki und Berkel Seite an Seite agieren. Die Vermischung von Beruflichem mit Privatem stellt das Ehepaar allerdings vor keine Probleme, wie Sawatzki kürzlich im Interview mit der Agentur teleschau hervorhob: "Wir sind in dem Moment einfach nur Kollegen und nicht Ehemann und Ehefrau."

Vielleicht hätte der Film noch etwas mehr Biss und weniger klischeehafte Charakterzeichnungen vertragen können. Doch in Summe ist den Machern eine überzeugende Komödie gelungen, die mit ihren Screwball-Elementen und interessanten Nebenfiguren punktet. Die obligatorischen Katastrophen (Stichwort: Gasexplosion), die bei einer solchen Produktion natürlich nicht fehlen dürfen, machen zudem einen Großteil des Unterhaltungsfaktors aus. Und dass am Ende sogar ein romantischer und völlig unverkitschter Schlusspunkt gesetzt wird, ist eine der schönsten Überraschungen des sehenswerten TV-Films.


Quelle: teleschau – der Mediendienst