Schweizer Hotelgeschichten

  • Wie ein Märchenschloss liegt das Hotel oberhalb des Brienzer Sees mitten im Wald Vergrößern
    Wie ein Märchenschloss liegt das Hotel oberhalb des Brienzer Sees mitten im Wald
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Almut Faass
  • Vor dem Hoteleingang eröffnet sich der Panoramablick auf den Brienzer See Vergrößern
    Vor dem Hoteleingang eröffnet sich der Panoramablick auf den Brienzer See
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Almut Faass
  • Das Hotel "Waldhaus" in Sils-Maria im Oberengadin Vergrößern
    Das Hotel "Waldhaus" in Sils-Maria im Oberengadin
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Kristina Forbat
  • Zeit für Lektüre - im Waldhaus trafen sich namenhafte Dichter, Denker und Literaten Vergrößern
    Zeit für Lektüre - im Waldhaus trafen sich namenhafte Dichter, Denker und Literaten
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Kristina Forbat
  • Der Belle Époque Salon ist für große Gesellschaften geplant Vergrößern
    Der Belle Époque Salon ist für große Gesellschaften geplant
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Almut Faass
  • Der Giessbach fällt direkt am Hotel über 400 Meter in die Tiefe Vergrößern
    Der Giessbach fällt direkt am Hotel über 400 Meter in die Tiefe
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Almut Faass
  • Reise in die Vergangenheit - ist vieles noch im Originalzustand erhalten Vergrößern
    Reise in die Vergangenheit - ist vieles noch im Originalzustand erhalten
    Fotoquelle: ZDF/SRF, Kristina Forbat
Report, Dokumentation
Schweizer Hotelgeschichten

Infos
Produktionsland
CH
Produktionsdatum
2017
3sat
Do., 20.12.
03:25 - 04:15
Folge 2, Schlösser der Belle Époque


Im zweiten Teil geht es um die Sehnsucht des Großbürgertums nach Erholung und Freizeit in den vornehmen Hotelpalästen um 1900. Im Fokus: das "Grandhotel Giessbach" und das "Waldhaus Sils". Eingebettet in die malerische Kulisse der Schweizer Bergwelt dienen sie seit jeher als Treffpunkte der vornehmen, europäischen Gesellschaft. Ihre Architektur und ihre historischen Interieurs zeugen von der glanzvollen Ära der Belle Époque. Der wirtschaftliche Aufschwung, der Ausbau der Verkehrsnetze in der Schweiz und sinkende Transportkosten führten dazu, dass sich um die Jahrhundertwende immer mehr Menschen eine Auszeit in den Bergen gönnten. So wurden die Grandhotels zu bürgerlichen Palästen auf Zeit, in deren Gesellschaftsräumen und Lesesälen sich berühmte Denker und Literaten wie Thomas Mann, Hermann Hesse und Albert Einstein begegnen konnten. Auf der Suche nach Inspiration in der Abgeschiedenheit nächtigten sie damals auch im "Waldhaus Sils". In 1800 Metern über dem Meeresspiegel thront es strahlend weiß mit seinen Türmen und Zinnen wie eine Festung, umrahmt von den imposanten Dreitausendern Piz Corvatsch und Piz Lagrev im Oberengadin. Bis heute ist das Fünf-Sterne-Hotel ein Ort, an dem die Zeit ihr ganz eigenes Tempo hat - und dabei viel Raum gibt für kulturelles Schaffen. Seit seiner Gründung im Jahr 1908 ist das Haus in Familienbesitz. An einem persönlichen Umgang ohne Glamour-Attitüden halten auch die beiden jungen Direktoren Claudio und Patrick Dietrich fest. Gewisse Traditionen überdauerten alle fünf Generationen. So ist das tägliche, gemeinsame Mittagessen der Hoteliers-Familie ein festes Ritual. An den Jugendstillampen oder der ursprünglichen Einrichtung in den Fluren, Zimmern und Sälen rühren die Besitzer nur, wenn etwas repariert werden muss, möglichst originalgetreu. Jeden Morgen wird die "Magneta", eine Uhrenanlage aus der Gründungszeit, aufgezogen, die ein Dutzend Nebenuhren steuert. Auch ein "Welte-Mignon", das erste mechanische Reproduktionsklavier, wird seit vier Jahrzehnten liebevoll von Haustechniker Guido Schmidt gepflegt. Der hohe Anteil wiederkehrender Gäste schätzt den eigenwilligen Charakter der Hoteliers und die Spuren der Geschichte. Das "Waldhaus" war und ist "ein kleines Europa". Auch das "Grandhotel Giessbach" war bei den Reisenden überaus beliebt. Sie kamen vor allem, um den imposanten Giessbachwasserfall zu bestaunen, der direkt am Hotel 400 Meter in die Tiefe stürzt. Das "Grandhotel Giessbach" liegt im Berner Oberland, oberhalb des Brienzer Sees. Schon die Anreise hierher, mit dem Schiff über das gletscherblaue Wasser, ist wie eine Reise in eine vergangene Zeit. Vom hoteleigenen Schiffsanleger bringt eine Bergbahn die Gäste die letzten 100 Meter hoch ins Hotel. Seit 1879 läuft sie - und ist damit die älteste touristisch betriebene Standseilbahn Europas. Im Hotel treffen die Reisenden dann meistens auf Slavka Lazic, Chefgouvernante des Grandhotels, seit 25 Jahren im Dienst und überall im Haus unterwegs. Doch dass es die 70 Zimmer und Suiten des historischen Grandhotels überhaupt noch gibt, ist nur einer ganz besonderen Initiative zu verdanken: Als das Grandhotel Ende der 1970er-Jahre durch einen modernen Neubau ersetzt werden sollte, gründete der streitbare Umweltschützer Franz Weber die Stiftung "Giessbach dem Schweizervolk" und sammelte drei Millionen Franken, um das Hotel zu retten. Vera Weber, seine Tochter, erinnert sich lebhaft, wie sich ihre Familie damals in die "Alte Dame" verliebte. Heute kämpft sie an der Spitze der Stiftung gemeinsam mit dem Vorstand um die finanzielle Basis des Hauses. Immer noch spenden besonders engagierte Dauergäste Erbstücke aus der Zeit der Belle Époque - oft wertvolle Antiquitäten aus Familienbesitz. So kann mancher Stammgast im Grandhotel in den eigenen Möbeln wohnen. Die zweite Folge der "Schweizer Hotelgeschichten" zeigt, wie es den Traditionshäusern gelingt, die Herausforderungen der neuen Zeit zu meistern ohne den ursprünglichen Geist zu verlieren. Eine faszinierende Entdeckungsreise in die Belle Époque.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

WDR Wenn es um persönliche Not geht, war Dieter Könnes auch 2018 für viele Menschen wieder die letzte Instanz. Ob alleingelassen von Behörden, Krankenkassen, Institutionen oder um Tausende von Euro betrogen - die Zuschauerpost war voller bewegender Schicksale. Und Könnes kämpfte: gegen Bürokratie, dreiste Abzocke, Ignoranz. Und konnte helfen, manchmal direkt, manchmal auch nur in kleineren Schritten. Wir lassen die emotionalsten Momente noch einmal Revue passieren und schauen, wie es den Betroffenen danach ergangen ist.

Könnes kämpft - Jahresrückblick - Die bewegendsten Fälle unserer Zuschauer

Report | 19.12.2018 | 22:10 - 22:55 Uhr
5/501
Lesermeinung
ARD Akte Wettmafia - Deutschland und die organisierte Fußball-Kriminalität

Akte Wettmafia - Deutschland und die organisierte Fußball-Kriminalität

Report | 19.12.2018 | 23:45 - 00:15 Uhr
/500
Lesermeinung
ZDF Schicht im Schacht. Nach 250 Jahren ist Ende Dezember Schluss mit der Steinkohleförderung in Deutschland. Die Dokumentation "Schwarzes Gold - Die Geschichte der deutschen Steinkohle" erzählt anlässlich der letzten Zechenschließung, wie die Steinkohle Menschen, Zeitläufe und Landschaften für immer geprägt hat.

Schwarzes Gold - Die Geschichte der deutschen Steinkohle

Report | 20.12.2018 | 00:30 - 02:00 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Ermittelt zum letzten Mal: Matthias Brandt als Hanns von Meuffels.

Zum letzten Mal ist Matthias Brandt der Ermittler Hanns von Meuffels – und es nimmt ein tragisches E…  Mehr

Laura Dahm wird heute Abend bei "Prominent!" als neue Moderatorin vorgestellt.

Sie ist die neue im Team: Laura Dahm moderiert künftig "Prominent!" bei VOX.  Mehr

Abschied von einem Kult-Auswanderer: Jens Büchner, bekannt aus "Goodbye Deutschland", starb im Alter von 49 Jahren.

Mit einer tollen Aktion nehmen die Mallorca-Stars Abschied von Jens Büchner. Der Erlös eines Benefiz…  Mehr

Einbrecher drangen in die Villa der Beatles-Legende ein. Ob Paul McCartney und seine Frau Nancy Shevell zum Tatzeitpunkt anwesend waren, ist derzeit nicht bekannt.

Böse Überraschung für Sir Paul: Beim Ex-Beatle wurde eingebrochen. Die Ermittlungen dauern an.  Mehr

Wird Schauspielerin Julia Garner bald als Assistentin von Harvey Weinstein zu sehen sein?

Der Weinstein-Skandal dient vielen Filmemachern bereits als Inspiration für neue Projekte. In einem …  Mehr