Schwere Geburt - Notstand im Kreißsaal

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    Eingang zu einem Kreißsaal
    Fotoquelle: MDR/André Strobel
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    Nuckel an einem Baum vor der Geburtsstation des Leipziger Universitätsklinikums
    Fotoquelle: MDR/André Strobel
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    Geburtszimmer im Kreißsaal des Krankenhauses in Lichtenstein Sachsen
    Fotoquelle: MDR/André Strobel
  • Susann Heinrich, leitende Hebamme im sächsischen Lichtenstein. Hier kommen pro Jahr ungefähr 550 Kinder zur Welt. Vergrößern
    Susann Heinrich, leitende Hebamme im sächsischen Lichtenstein. Hier kommen pro Jahr ungefähr 550 Kinder zur Welt.
    Fotoquelle: MDR/André Strobel
Report, Reportage
Schwere Geburt - Notstand im Kreißsaal

MDR
Mi., 23.01.
20:45 - 21:15


Kinderkriegen ist wieder "in" in Deutschland. Ein erfreulicher Trend - sowohl in aufblühenden Städten wie Leipzig als auch in der Provinz. Doch der Babyboom trifft auf massives Kreißsaal-Sterben. In Zeiten, wo sich medizinische Behandlungen rechnen müssen, immer mehr Krankenhäuser privatisiert werden, stehen Kreißsäle auf der Schließungsliste ganz oben. Geburten sind einfach ein Minusgeschäft. Seit 2000 hat jede dritte Klinik in Sachsen-Anhalt ihre Kreißsäle dicht gemacht. Auch bundesweit gehen die Zahlen der Geburtenstationen zurück. Für die werdenden Eltern heißt das: Unsicherheit und Fahrtwege von 30 km und mehr in die größeren Entbindungskliniken. "Ich habe Angst, dass ich es nicht bis ins Geburtshaus schaffe", so die Befürchtung von Nancy Trapp aus Zerbst, wo erst kürzlich die Geburtsstation geschlossen wurde. Die großen Geburtsstationen wiederum werden immer voller. Hebammen beklagen, wie am Fließband arbeiten zu müssen. "Man macht es aus Liebe und Leidenschaft", sagt Susann Heinrich, mit Leib und Seele leitende Hebamme am DRK Krankenhaus im sächsischen Lichtenstein. Susann Heinrich hilft mit ihren acht Kolleginnen pro Jahr 550 Babys auf die Welt. Die Belastung ist immens, die Überstunden häufen sich und es bleibt kaum Zeit für Pausen. Und das bei einem kleinen Gehalt und hohen Haftpflichtversicherungen. Immer mehr Hebammen steigen deshalb aus der Geburtshilfe ganz aus, wie Therese Heuck und Franziska Brand. "Ich hatte nie Pausen, weil ich bis zu drei Geburten gleichzeitig betreut habe. Nachts wachte ich auf und hoffte, dass bloß niemand aus dem Krankenhaus anrufen würde, damit ich zur Hilfe komme", sagt Franziska Brand. Sie erlitt in der Zeit einen Burn-Out und hatte starke Essstörungen. Warum geht es den Hebammen so schlecht? Was muss und kann Politik dagegen tun? Welche Folgen hat der Stress unter der Geburt für Mutter und Kind? "Exakt - Die Story" trifft Frauen und Männer, die den Hebammenmangel am eigenen Leib zu spüren bekommen, spricht mit Experten und begleitet Hebammen bei ihrer täglichen, aufreibenden Arbeit.


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