Zwei völlig unterschiedliche Paare reisen nach Afrika, um dort die Hochzeit ihrer Kinder zu feiern – eigene Eheprobleme und eine Bruchlandung mitten im Nirgendwo kommen ihnen dabei in die Quere.

Die eingebildeten von Zangenheims und die malochenden Kowalskis haben auf den ersten Blick nicht viel gemein – bis auf die Tatsache, dass sowohl bei Renate (Nadeshda Brennicke) und Hubertus (Heio von Stetten) als auch bei Sandy (Julia Heinze) und Franky (Dirk Borchardt) der Haussegen schief hängt. Schlimmer noch: Das Ehepaar von Zangenheim will sich scheiden lassen, und auch die Kowalskis liebäugeln mit einer Trennung. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Pläne ihrer Kinder: Chiara von Zangenheim (Athena Strates) und Jochen Kowalski (Luke Neite) lieben sich nämlich. Und während ihres dreimonatigen Backpacking-Trips nach Südafrika haben sie festgestellt, dass sie diese Liebe nun auch offiziell besiegeln möchten – durch den Bund der Ehe! Die Elternpaare raufen sich zusammen und machen sich auf den Weg zu ihren Sprösslingen. Dabei legen sie allerdings eine Bruchlandung in der Savanne hin ... Schaffen sie es pünktlich zur Hochzeit? SAT.1 hat die eigenproduzierte TV-Komödie "Schwiegereltern im Busch" nun erstmals im Programm.

Von Zangenheims? Kowalskis? Da war doch mal was! Stimmt, denn die neue SAT.1-Produktion ist eine lose Fortsetzung zu "Zwei Familien auf der Palme" (2015). Allerdings kam es zu einigen Umbesetzungen: Valerie Niehaus verkörperte vor vier Jahren die Sandy und auch die Rollen von Chiara und Jochen wurden neu gecastet – damals waren noch Sven Gielnik und Anna-Lena Klenke mit von der Partie. An der grundlegenden Prämisse hat sich indes kaum etwas geändert: Erneut soll das komödiantische Potenzial des Zusammenpralls von Arm und Reich, Ost und West, Mittelstand und Oberschicht voll und ganz ausgeschöpft werden. Was im Film von Peter Gersina auch durchaus gelingt, insbesondere wenn sich die Streithähne irgendwann in Team Powerfrauen und Team Machomänner aufteilen, wodurch etliche Geschlechterklischees parodiert werden.

Ein gut aufgelegtes Ensemble

Allerdings hat man dabei ein ums andere Mal das Gefühl, dass die Veralberung der Klischees letztendlich doch nur dazu führt, dass genau jene bloß wieder (in anderer Form) propagiert werden – ein klarer Fall von gut gemeint, aber nicht (immer) gut gemacht. Schwerer wiegt die Tatsache, dass die Location zu 90 Prozent des Films lediglich als pittoreske Kulisse herhalten muss. Afrika als postkolonialistischer Sehnsuchtsort der Deutschen, möchte man unken. Ganz so schlimm wird's dann aber doch nicht, weil zumindest im Finale gezeigt wird, dass die Touristen mit ihren Vorurteilen gegenüber den Einheimischen ziemlich daneben lagen.

Natürlich sollte man eine seichte TV-Komödie nicht allzu hart für ihre mangelnde political correctness kritisieren. Schließlich steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund. Den souveränen Darstellern ist es daher auch zu verdanken, dass "Schwiegereltern im Busch" durchaus zu gefallen weiß – die permanenten Kabbeleien der Paare laden zum Schmunzeln ein. Außerdem sorgt die Nebenhandlung um schießwütige Diamantenschmuggler für Schwung. Und zwei Darsteller stechen mit ihren urkomischen Performances besonders hervor: Dirk Borchardt als völlig verpeilter "Crocodile Franky" mit Berliner Schnauze sowie Nadeshda Brennicke als mürrische Obertussi, die in Designerklamotten gekleidet einen pinkfarbenen Koffer durch die Savanne schleift.


Quelle: teleschau – der Mediendienst