Schwung statt Platte - Die Hyparschale in Magdeburg

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    Innenansicht des aktuellen Zustands
    Fotoquelle: MDR/André Strobel
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    Hyparschale zu DDR-Zeiten
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    Bau der Hyparschale: Gut zu sehen ist die Konstruktion der nur 7 cm dicken Decken-Schale
    Fotoquelle: MDR/Stadtarchiv Magdeburg
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    Hyparschale zu DDR-Zeiten
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    Blick auf das frühere Messegelände im Magdeburger Rothehornpark mit der Hyparschale links
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    Bau der Hyparschale Ende der 1960er Jahre
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    Hyparschale zu DDR-Zeiten genutzt als Ausstellungs- und Veranstaltungshalle
    Fotoquelle: MDR/Stadtarchiv Magdeburg
Report, Architektur
Schwung statt Platte - Die Hyparschale in Magdeburg

MDR
Di., 07.05.
21:00 - 21:45


"Für den Schwung in den Plattenbausiedlungen war ich zuständig", sagte Ulrich Müther, einer der bedeutendsten Bauingenieure der DDR. Seine Bauwerke waren im monotonen Einheitsgrau wahre Hingucker. Bis heute macht die verblüffende Leichtigkeit des Betonbaus diese Gebäude einzigartig. Manche sehen beinahe so aus, als würden sie fliegen. Die Hyparschale, die größte noch erhaltene Schalenkonstruktion Müthers, steht in Magdeburg. Ihr Dach überspannt eine Fläche von 40 mal 40 Metern - ohne dabei auch nur einen Stützpfeiler zu brauchen. Müthers als DDR-Architektur zunächst vernachlässigte Bauten kommen endlich wieder zu verdienter Anerkennung: der "Teepott" in Warnemünde, der wie ein UFO anmutende Rettungsturm am Strand von Binz, die Kuppel des Planetariums in Wolfsburg - der Baumeister hat mehr als 60 solcher Schalenbauten mit seinem Team geschaffen. Martin Haase war mehr als drei Jahrzehnte dabei. Er war derjenige, der den Beton auf das Konstrukt aus Metall, Holz und Draht aufspritzte. "Es war harte Arbeit", erinnert er sich. "Ein 'Geht nicht!' gab es damals für uns nicht." Mit der besonderen Bauweise, mit hyperbolischen Paraboloidschalen, konnte Müther nicht nur riesige Flächen überspannen. Der eigentliche Clou: seine Schalen waren aus Beton. Die meisten Deckenkonstruktionen sind nur wenige Zentimeter dick. So wie die Decke des "Teepotts" in Warnemünde - ihre Stärke beträgt nur sieben Zentimeter. Ulrich Müther wurde mit seiner Firma zu einem Top-Devisenbringer der DDR. Seine für die damalige Zeit gewagten Bauwerke fanden schnell Abnehmer jenseits der Grenzen. Er baute in Libyen, Finnland, Südamerika und natürlich der BRD. Als er in den 80er Jahren die Kuppel des Planetariums in Wolfsburg plante und baute, da bezahlte die Stadt Wolfsburg in Form von 10.000 Golf 1, die an privilegierte DDR-Bürger verkauft wurden. Ulrich Müther durfte sich "austoben", so bezeichnet es Matthias Ludwig, Leiter des Müther-Archivs an der Hochschule in Wismar. "Durch seinen bis in die Perfektion betriebenen Schalenbau hat sich Ulrich Müther einen Sonderstatus innerhalb der DDR erarbeitet". Müthers Bauten faszinieren, aber sie polarisieren auch. Vor allem nach der Wende galten sie als zu groß, zu klobig, nicht mehr zeitgemäß und schon gar nicht zweckmäßig. Der Baumeister selbst musste erfahren, wie einige seiner Bauwerke noch vor seinem Tod 2007 abgerissen werden. Auch der Magdeburger Hyparschale drohte dieses Schicksal. Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht sie leer. Die frühere Veranstaltungs- und Ausstellungshalle, die zu DDR-Zeiten so rege genutzt wurde, verfällt immer mehr. Nun beschloss der Stadtrat: Die Hyparschale wird saniert. 17 Millionen Euro investiert die Stadt in das Kulturdenkmal. Der Film aus der Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst" nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise zu Müthers Bauten: Von Magdeburg nach Rügen, wo Ulrich Müther lebte und wirkte, über Berlin und Wolfsburg bis nach Libyen.


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