Sehen statt Hören

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Report, Infomagazin
Sehen statt Hören

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2018
BR
Sa., 10.02.
09:00 - 09:30


Alle Beiträge sind mit Gebärdenbegleitung und Untertitel versehen. Sendeformat und Themenwahl orientieren sich außerdem an den Bedürfnissen hörgeschädigter Zuschauer.

Thema:

Frühkindlicher Spracherwerb, Teil II

- Gehörlose Kinder - hörende Eltern Experten betonen immer wieder: Für die optimale Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, möglichst früh mindestens eine Sprache vollständig zu begreifen. Aber: 90 % aller hörgeschädigten Kinder haben hörende Eltern. Die meisten von ihnen können bei der Geburt ihrer Kinder keine Gebärdensprache. Sprache ist das wichtigste Mittel zur Verständigung und für die gesamte Entwicklung von hoher Bedeutung. Sie ist der Weg zur Welt. Bei gehörlosen Kindern gehörloser Eltern ist das unproblematisch: In diesen Familien ist selbstverständlich die Gebärdensprache die Erst- oder Muttersprache. Aber wie ist das bei gehörlosen Kindern hörender Eltern? Wie kann es in diesen Familien gelingen, einen vollständigen Spracherwerb und erfolgreiche Kommunikation zu organisieren? Claudia und Hendrik Witt haben drei Kinder - die beiden Söhne sind gehörlos bzw. stark schwerhörig, die Tochter ist wie die Eltern hörend. Irgendwann stand der Entschluss der Eltern fest: Sie wollten "ein Kind nicht reparieren", entschieden sich somit gegen ein Cochlea Implantat, haben Gebärdensprachkurse besucht und nutzten fortan DGS als gemeinsames Kommunikationsmittel in der Familie. Doch der Weg dahin war steinig: Die Eltern waren zunächst überfordert, beherrschten die Gebärdensprache nicht, Auseinandersetzungen mit Institutionen folgten, es kam zum Burnout des Vaters und schließlich zu einem Umzug der kompletten Familie in ein anderes Bundesland. Und wie stehen die Witts heute da? Ihr ältester Sohn Max trägt Hörgeräte und besucht eine Schwerhörigenschule, in der er vor allem lautsprachlich unterrichtet wird. Er will gerne zu den hörenden Kindern gehören und kämpft sehr hart für dieses Ziel. Der kleinere Bruder Elias besucht an der gleichen Schule eine Gehörlosenklasse, in der die Lehrer gebärden. Er selbst trägt mittlerweile ein Cochlea Implantat, weil er es unbedingt wollte. Darüber ist er sehr glücklich. Die hörende Schwester Hannah wächst zweisprachig auf. Die Eltern haben mittlerweile drei Jahre lang DGS-Kurse besucht und unterrichten mittlerweile selbst. Heute geht es der Familie wieder gut - "100 % besser als noch vor 2, 3 Jahren", sagen die Eltern. - Und was sagt die Wissenschaft dazu? Dr. Claudia Becker, Professorin für Gebärdensprachpädagogik am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt- Universität Berlin kennt die Herausforderungen für den Spracherwerb. Sie setzt auf bilinguale Sprachbildung bei hörgeschädigten Kindern - die ist in der UN-Behindertenrechtskonvention auch längst anerkannt und viele Experten fordern schon lange die Zweisprachigkeit für Kinder mit Hörbehinderung. Doch: 80% aller Einrichtungen für "Hörgeschädigte" in Deutschland bieten keine gebärdensprachliche Förderung an.



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