"Seht mich verschwinden" erforscht die Geschichte von Isabelle Caro, die im Jahr 2007 als selbsternanntes "Vorzeigekind für Anorexie" für Aufsehen sorgte, als sie sich nackt mit nur 32 Kilogramm Körpergewicht für die "No-Anorexia"-Kampagne vom italienischen Fotografen Oliviero Toscani fotografieren lässt. Auf den Leinwänden der Stadt Mailand und medial weltweit erschrecken ihre ausgemergelten Konturen. Die Weltpresse ist fasziniert von diesem selbstzerstörerischen Exhibitionismus, die Bilder verbreiten sich in Windeseile. Gleichzeitig trifft die Kampagne auf harte Kritik, auch aus Angst, die Bilder könnten, anstatt abzuschrecken, jungen Frauen als Inspiration dienen. So werden die Poster nach wenigen Tagen wieder von Mailands Leinwänden entfernt - nicht aber aus dem Netz oder aus den Köpfen. Was bleibt, ist Isabelles Erkenntnis über die Macht ihrer Zerbrechlichkeit. Sie wird immer besser darin, die Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. "Seht mich verschwinden" begibt sich auf die Spurensuche nach dem Menschen Isabelle Caro. Über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu ihrem frühen Tod im November 2010 hat die Regisseurin Kiki Allgeier Isabelle Caro immer wieder getroffen. Allgeier hat Caro unter anderem während ihrer Jurytätigkeit bei "Top Model France" begleitet, beim Verfassen und Veröffentlichen ihrer Autobiografie sowie anderen Versuchen, verstanden zu werden. Aus der Hinterlassenschaft der jungen Frau an die Regisseurin - Fotografien, Tagebücher, Videoaufzeichnungen - und den Erinnerungen des Vaters zeichnet Allgeier ihre Version der Geschichte Isabelles. Und diese beginnt mit der Sehnsucht eines kleinen Mädchens, jemand anderes zu sein …