Eigentlich ist es erstaunlich, dass das Thema Liebeskummer, dieses häufig unterschätzte Leiden, in einem Dokumentarfilm kaum je zuvor angegangen wurde. In einer solchen intensiven, kathartischen Lebensphase entstanden zahlreiche kostbare Werke der Kunst, Musik und Literaturgeschichte. Fast jeder kennt dieses niederschmetternde Gefühl absoluter Verzweiflung. Liebeskummer ist kein Teenagerschmerz. Kaum eine andere Situation im Leben überwältigt, quält und lähmt dermaßen. Der Filmemacher Christian Frei und sein Kameramann Peter Indergand sind in die fiebrigen Nächte von Menschen eingetaucht, die soeben von ihrem Partner verlassen wurden, und haben sie in einen Ausnahmezustand voller Trauer und Tränen, Wachheit und Kreativität begleitet. Die Anthropologin Helen Fisher erforscht, welche unglaublichen Vorgänge im Hirn der von Liebeskummer Betroffenen ablaufen und fragt sich, ob die Natur es nicht übertreibt. Der Dokumentarfilm erkundet den unendlich schwierigen Weg aus der selbstzerstörerischen Besessenheit heraus hin zu einem neuen Selbst. Und er verneigt sich vor dem scheinbar unbeirrbaren Sehnen nach Liebe.