Soundtrack Deutschland

Musik, Dokumentation
Soundtrack Deutschland

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2015
MDR
Mo., 17.12.
01:25 - 02:10
Folge 3, Liefers und Prahl ermitteln


Folge 3 beginnt mit den Tagen rund um den Mauerfall und zeigt die Geschichte der Musikalischen Wiedervereinigung seit 1989. Nach dem Mauerfall erlebt die deutsche Tonträgerindustrie in den 90ern einen Boom - genauso wie die "BRAVO" kann sie plötzlich 17 Millionen neue Kunden bedienen. Die Love Parade wird die erste große gemeinsame Party für den Osten und den Westen, Techno als gesamtdeutsche Musikrichtung erobert die Welt. Einige der wichtigsten DJs und Produzenten kommen aus dem Osten: Paul und Fritz Kalkbrenner oder Paul van Dyk. Neun Tage vor dem Mauerfall reist er gemeinsam mit seiner Mutter und nur zwei Koffern aus. Er beginnt seine Karriere im Berliner Techno-Tempel Tresor und wird einer der bekanntesten und erfolgreichsten DJs der Welt. Udo Lindenberg verrät in einem intimen Gespräch, wie er die Tage nach dem Mauerfall erlebte und warum er heute mehr denn je an die Kraft der Musik glaubt. Und der Rostocker Jung Marteria, einer der wichtigsten Künstler des neuen Ostens, meint: "Wenn Musik Menschen in die rechte Szene ziehen kann, dann kann sie da auch wieder rausholen." Er ist einer der vielen Musiker, die "Soundtrack Deutschland" ihre Stimme geben. So erzählt Jeanette Biedermann von ihren Erlebnissen in der Prager Botschaft - 1989 ist die damals 9-Jährige mit ihren Eltern unter den DDR-Flüchtlingen, denen Hans-Dietrich Genscher am 30. September mitteilt, dass sie ausreisen dürfen. Die Prinzen erinnern sich an ihre Anfänge im Westen, wie sie 1994 als erste Popband aus dem ehemaligen Osten in Gesamtdeutschland gefeiert werden. Und Silbermond erzählen, wie sie die Nach-Wende-Jahre erlebt haben und warum sie deutsch singen. Udo Lindenberg: "1990, die erste Tour nach dem Mauerfall, das war derartig emotional. Da war ich so glücklich, dass es endlich so weit war - wir haben uns alle in den Arm genommen, mussten alle weinen. Und das ist immer noch so. Das ist wahnsinnig intensiv, und ich kann Euch sagen: ich empfinde es als großes Geschenk, dass ich in meinem jungen Alter - also nach irdischer Zeitzählung - so was machen kann. Das ist ein hohes Privileg." Paul van Dyk: "Der allererste Bereich in beiden deutschen Gesellschaften, wo es so eine Wiedervereinigung gab, war die Club Szene um die elektronische Musik herum. Da war es völlig egal, ob du jetzt aus dem Osten kamst oder aus dem Westen - es war da einfach wichtig, dass du ein respektvoller, toleranter Mensch bist. Natürlich haben wir alle etwas anderes in der Musik gesehen, gesucht und gehört. Aber dieses Suchen hat auch dazu geführt, dass wir alle die gemeinsame Sehnsucht nach dieser Musik kannten, diese Liebe für die Musik." Andreas Nowak, Silbermond: "Meine Eltern sind sehr viel zu Konzerten gefahren, z.B. Tina Turner, Fats Domino oder Ray Charles. Die haben das total ausgelebt - die haben gesagt: "Ach geil, jetzt können wir endlich diese Musik hören und zu Konzerten gehen, zu Leuten, die wir wirklich lieben und mögen und die Musik abfeiern". Das habe ich wirklich dann miterlebt, nach der Wende. Konzerte, Konzerte, Konzerte." Die Prinzen: "Natürlich hat uns dieses ganze Ost-West-Ding am Anfang ganz stark geholfen. Weil viele Leute im Westen gesagt haben: "Guck mal hier, die Ossis! Wenn die sich ein bisschen Mühe geben ...geht doch!" Und die Leute im Osten haben gesagt: "Hey, unsere Jungs!" Das hat uns definitiv geholfen, aber das reicht nicht lange. Am Ende geht es darum, was du für Songs schreibst."


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