Der 73-jährige Ken Feinberg ist Staranwalt in den USA. Er kommt immer dann ins Spiel, wenn es um menschliches Leid und um viel Geld geht. Als Schlichter handelt er außergerichtliche Vergleich aus. Erst im Mai 2019 wurde bekannt, dass er damit beauftragt werden soll, im Fall der Klagen gegen Bayer/Monsanto zu vermitteln, in denen es um mögliche Krebsrisiken von Unkrautvernichtungsmitteln mit dem Inhaltsstoff Glyphosat geht. Ob nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York oder der BP-Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko: Feinberg entscheidet darüber, was ein Menschenleben wert ist. Er hält sich an feste Kriterien. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, wie hoch der wirtschaftliche Schaden ist, der durch den Tod eines Menschen entstand. Seine Gegner werfen ihm vor, Gott zu spielen und fragen: Warum ist das Leben eines Feuerwehrmanns, der am 11. September 2001 in den Twin Towers ums Leben kam, soviel weniger wert als das eines Börsenmaklers? Wie viel Geld sollte der Ölmulti BP den Fischern bezahlen, die nach einer Ölkatastrophe um ihre Existenz kämpfen? Wie geht man mit Arbeitern um, die am Ende ihres Arbeitslebens erfahren, dass ein Großteil ihrer Rente von Fonds-Managern veruntreut wurde? Der Dokumentarfilm geht der Frage nach, wer der bisweilen allmächtig erscheinende Ken Feinberg wirklich ist. Wie verarbeitet er die menschlichen Tragödien, mit denen er konfrontiert wird? "Spielen Sie Gott, Mr. Feinberg?" vermittelt einen tiefen Einblick in die Seele der amerikanischen Gesellschaft und hinterfragt unser Wertesystem.