Sri Lanka

Stelzenfischer in Hikkaduwa. Vergrößern
Stelzenfischer in Hikkaduwa.
Fotoquelle: NDR/TERRA MATER/Sebastian Grübl
Natur+Reisen, Landschaftsbild
Sri Lanka

NDR
Di., 26.06.
15:15 - 16:00
Die leuchtende Insel


Sri Lanka bedeutet "leuchtende Insel". Die Insel wird oft auch "Perle des Indischen Ozeans" genannt und ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Für die Menschen dort ist sie ein schimmerndes Kleinod. Dieser Film zeigt nicht nur die schönsten Orte des Inselstaates Sri Lanka. Durch ganz unterschiedliche, pittoreske Landschaften führt der Weg auch geradewegs in das Leben mehrerer, außergewöhnlicher Menschen. Ihre Berufe wirken im lokalen Kontext vielleicht wie eine Selbstverständlichkeit, dennoch haben sie neue Wege beschritten. Gemeinsam haben sie vor allem Leidenschaft für Berufung und Beruf, Liebe zu ihrer Heimat und Beständigkeit, um Hindernisse zu überwinden. Elefantenkostüm - oder Skateboarddesigner, Stelzenfischer oder "Monkeymaster", sie alle leben in einigen der schönsten Regionen Sri Lankas. Der Film zeigt einen sehr persönlichen Blick in ihre Arbeitswelten und ihr Privatleben. Bei den festlichen Paraden der jährlich stattfindenden Kataragama Perahera treffen sie dann auf eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Menschen verschiedener Religionen. Diese Zusammenkunft vieler Tausender Hindus, Buddhisten und Muslime wirft Licht auf die friedliche Koexistenz der Sri Lanker mit unterschiedlicher Religion, Sprache und Kultur. K.C. Thadhani entwirft und schneidert seit mittlerweile fast 50 Jahren Elefantenkostüme. In der alten Königsstadt Kandy öffnet er die Türen seines Wohnhauses, das gleichzeitig auch eine seiner Werkstätten beheimatet. Er erzählt, wie er zu seinem außergewöhnlichen Beruf fand und wie sein Geschäft über die Jahre expandieren konnte. Heutzutage findet man seine Elefantenkostüme in vielen Ländern, in Japan, Indien und sogar in Österreich. In Sri Lanka spielen seine Maßanfertigungen eine besonders wichtige Rolle, da sie die grauen Dickhäuter bei den wichtigsten religiösen Festen wie der Kandy Perahera oder der Kataragama Perahera zieren. Ranjith Bandara ist ein vielfach ausgezeichneter Tänzer und Tanzlehrer fortgeschrittenen Alters, der noch die ursprünglichen Kandyschen Tänze unterrichtet. Sein Wissen bleibt dabei nicht ausschließlich seiner Familie vorbehalten. Nach wie vor begeistern sich viele junge männliche und weibliche Bewohner von Kandy für diese traditionellen Tänze. Auf Meister Bandaras kleinem Freiluftübungsplatz inmitten eines Reisfeldes kommen Trommler, Tänzerinnen und Tänzer zusammen. Unter seiner fachmännischen Leitung arbeiten sie gemeinsam an ihrem kulturellen Erbe. Eines Tages werden manche der jungen Nachwuchstänzer und - innen ihr Können bei einer der buddhistischen oder hinduistischen Festivalparaden, der Kandy Perahera oder der Kataragama Perahera, unter Beweis stellen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des US-amerikanischen Smithsonian Institutes, Sunil Gunathilake, arbeitet seit mittlerweile 28 Jahren in Polonnaruwa. Die Dorfbewohner nennen ihn aufgrund seines außergewöhnlichen Zugangs zu den hier lebenden Affen den "Monkeymaster". Als Researcher untersucht er das Verhalten und die Lebensgewohnheiten der Tiere. Außerdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Schulkinder in Kontakt mit den zahlreichen tierischen Bewohnern eines der hier Tank genannten riesigen Wasserspeichers zu bringen. Sein Ziel ist es, die jungen Menschen für ihre Umwelt zu begeistern, um den Gedanken des Naturschutzes auch in der nächsten Generation keimen zu lassen. Fasermühlen-Betreiberin Nimali Gunawardena ist sich, obwohl sie erst Mitte 20 ist, vollkommen klar über ihre Ziele. Für eine junge, aus einem ärmlichen Umfeld stammende Frau ist der Weg in die Selbstständigkeit in Sri Lanka besonders hart. Der erste Versuch scheiterte sogar. Doch Nimali ist ein starker Charakter und bekam Unterstützung, nicht zuletzt von Menschen, die sie vorher kaum kannte. Ihr Verlobter kündigte seinen Job, um mit ihr zu arbeiten. Und Nimali stellte einige Witwen der örtlichen Dorfgemeinschaft in ihrer Mühle als Arbeiterinnen ein. Es ist die Erfolgsgeschichte eines nachhaltigen, sozialen und umweltverträglichen Projekts. Nach Zukunftsplänen gefragt, erzählt Nimali vom Export ihrer Produkte und der sehnlich erwarteten, doch bisher immer wieder aufgeschobenen Hochzeit mit der Liebe ihres Lebens. Das erste Skateboardlabel des Landes hat seinen Sitz in der Hauptstadt Colombo. Gegründet wurde es von den beiden Grafikdesignerinnen Hash Bandara und Umanga Samarasinghe. Ihre Herzen schlagen für reduziertes Design und Skateboards, deshalb haben sie beides zusammengeführt und das Skateboardlabel Push gegründet. Eines der T-Shirts ihrer ersten Kollektion zieren die Worte "Push" und "Colombo", das könnte man als das Motto dieser kleinen, aber feinen Firma verstehen. Hash skatet selbst und bringt Jugendlichen die ersten Ollies bei. Immerhin brauchte der Trendsport aus Kalifornien über 40 Jahre, um in Sri Lanka anzukommen. Frauen auf rollenden Holzbrettern sorgen daher hierzulande für erstaunte, aber auch interessierte Blicke. Für Hash und Umanga geht es neben der Weiterentwicklung ihres Geschäfts vor allem darum, den öffentlichen Raum ihrer Heimatstadt mittels Aktivitäten rund um den Sport für junge Menschen lebenswerter zu gestalten. Mahout Ajith erklärt, was man benötigt, um mit Elefanten zu arbeiten. Er erzählt, wie er den mit einer sehr speziellen Persönlichkeit ausgestatteten Dickhäuter Vasana trainierte und was er von dem Elefanten lernte. In Kataragama haben die Tiere während der einmal im Jahr zu Vollmond stattfindenden letzten Parade der Kataragama Perahera ihren großen Auftritt. In die Kostüme von Herrn Thadhani gehüllt und mit unzähligen kleinen Lichtern geschmückt sehen sie nicht nur eindrucksvoll aus, sondern tragen auch bestimmte Reliquien auf ihren breiten Rücken. Diese bedeuten alles für die vielen Hunderttausend Menschen, die zu diesen religiösen Festen strömen. So schreiten die Elefanten, bejubelt und angefeuert von einer riesigen Menschenmenge, durch das Tor von Kataragamas Tempel. Der Stelzenfischer Anura berichtet von den alten Tagen der Stelzenfischerei. Ein neuer, für das Leben eines Stelzenfischers bestimmender und höchst willkommener Faktor sind die seit Kriegsende häufiger zu Besuch kommenden Touristen. Sie bedeuten für die Fischer eine neue Geldeinnahmequelle. Die Gäste sind von der Technik der Männer, die beim Fischen auf Stelzen sitzen, die an Holzkreuze erinnern, fasziniert. Deshalb bezahlen sie gern ein paar Rupies für ein Foto von oder mit den Fischern. Den Wettstreit gegen die industrielle Fischerei haben die Stelzenfischer längst verloren. Anura konnte etwas Geld sparen, um mit seiner Familie zum Festival nach Kataragama zu reisen. Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit und Sprache belagern die winzige Ortschaft zwei Wochen lang, um den gleichnamigen, sechsköpfigen Hindu Gott zu huldigen.


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