Der Dokumentarfilm "Statistik des Verbrechens - Ein Mathematiker gegen das Naziregime" widmet sich der Lebensgeschichte von E.J. Gumbel - Statistik-Professor, Publizist und Pazifist, einer der prominentesten Gegner des Faschismus und des aufkommenden Nazi-Regimes. Gumbel engagierte sich gemeinsam mit Albert Einstein in der Liga für Menschenrechte, schrieb in der "Weltbühne" und forschte über den Terror von rechts, war mit Ossietzky, Tucholsky, Feuchtwanger und Heinrich Mann befreundet. Er war der erste Professor, der von den Nazis aus Deutschland vertrieben wurde. Schon 1932 musste der Heidelberger Wissenschaftler ins Exil nach Frankreich, 1940 nach New York. Jeder Statistiker kennt noch heute die "Gumbel-Verteilung" und seine Extremwerttheorie; sein Kampf gegen die Nazi-Ideologie dagegen ist vergessen. David Ruf erzählt in seinem Film mit historischem Bildmaterial, Zeitungsausschnitten, Interviews und szenischen Animationen die Lebensgeschichte und das unerschrockene Engagement des umstrittenen Pazifisten - und widmet sich damit auch einer für die Weltgeschichte folgenreichen krisenhaften Entwicklung in Politik und Gesellschaft. Es geht um Populismus und - auch sprachliche - Radikalisierung, Fake News und 'Volksfeinde', gleichgeschaltete Presse und Justiz, um die Diffamierung und Bedrohung von einzelnen wie Gumbel und ganzer Teile der Gesellschaft.