Street Food

  • Saiyuud Diwong (r.) hatte früher ein Straßenrestaurant. Jetzt gibt sie in Bangkok Kochkurse für Touristen. Vergrößern
    Saiyuud Diwong (r.) hatte früher ein Straßenrestaurant. Jetzt gibt sie in Bangkok Kochkurse für Touristen.
    Fotoquelle: ZDF/Bert Schönborn
  • Typische Zubereitung im Wok auf Bangkoks Nachtmarkt. Vergrößern
    Typische Zubereitung im Wok auf Bangkoks Nachtmarkt.
    Fotoquelle: ZDF/Daniel Raquet
  • Offene Feuer, dichter Dampf: In Xinjiangs Oasenstädten wird gekocht wie zu Seidenstraßenzeiten. Vergrößern
    Offene Feuer, dichter Dampf: In Xinjiangs Oasenstädten wird gekocht wie zu Seidenstraßenzeiten.
    Fotoquelle: ZDF/Toby Marshall
  • Die schwimmenden Märkte im Mekong-Delta in Vietnam. Vergrößern
    Die schwimmenden Märkte im Mekong-Delta in Vietnam.
    Fotoquelle: ZDF/Daniel Raquet
  • Tran Anh Tuans Stand auf den Straßen von Ho Chi Minh Stadt in Vietnam. Er sichert damit den Lebensunterhalt für sich und seine Familie. Vergrößern
    Tran Anh Tuans Stand auf den Straßen von Ho Chi Minh Stadt in Vietnam. Er sichert damit den Lebensunterhalt für sich und seine Familie.
    Fotoquelle: ZDF/Daniel Raquet
  • Xinjiangs Nudel sind ein schnörkelloses Glück: Und vielleicht war schon Marco Polo so hingerissen davon, dass er sie nach Italien mitbrachte. Vergrößern
    Xinjiangs Nudel sind ein schnörkelloses Glück: Und vielleicht war schon Marco Polo so hingerissen davon, dass er sie nach Italien mitbrachte.
    Fotoquelle: ZDF/Toby Marshall
  • Ananas-Händler machen Geschäfte auf den schwimmenden Märkten im Mekong-Delta in Vietnam. Vergrößern
    Ananas-Händler machen Geschäfte auf den schwimmenden Märkten im Mekong-Delta in Vietnam.
    Fotoquelle: ZDF/Bert Schönborn
  • Saiyuud Diwong beim Markteinkauf für ihren Kochkurs in Bangkok. Vergrößern
    Saiyuud Diwong beim Markteinkauf für ihren Kochkurs in Bangkok.
    Fotoquelle: ZDF/Bert Schönborn
Report, Essen und Trinken
Street Food

Infos
Produktionsland
Thailand
Produktionsdatum
2016
3sat
Do., 02.08.
13:50 - 14:35
Folge 1, Spieße, Skorpione und eine deftige Suppe


Street Food ist "Essen von unten", ist nah an den Menschen, authentisch. Und umgekehrt: Kein Essen erzählt mehr von den Menschen eines Ortes. Von ihren Vorlieben, ihren Schrulligkeiten. Street-Food-Orte sind wie Speisekammern mit mobilen Küchen: Kochstellen, an denen neben den besten Fleischspießen, Burritos, Nudelsuppen und Ceviches auch die tollsten Geschichten lagern. Street Food zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kulturen sind. Die Filmemacher Normen Odenthal und Thomas Reichart erkunden unterschiedlichstes Street Food und die Menschen, die es zubereiten: ein Streifzug durch Asien und den amerikanischen Kontinent, der aus dem Bauch heraus beginnt und spannende, unerwartete Erkenntnisse über Leute, Land, Politik und Kultur nebenbei erzählt. Im ersten Teil "Spieße, Skorpione und eine deftige Suppe" bereisen Normen Odenthal und Thomas Reichart vier Länder Asiens und erleben von touristisch eingefärbtem Street Food bis zur ursprünglichen uigurischen Küche extreme Gegensätze. Es gibt nichts, was es nicht gibt, das erfährt Normen Odenthal in Thailands Hauptstadt Bangkok. Westliche Touristen staunen über die Vielfalt der Straßenküche, die Mutigen unter ihnen probieren Frösche, Skorpione, Insekten. Street Food ist auch ein Weg aus dem Elend für die Köche. Saiyuud Diwong, genannt Poo, hat es geschafft: Sie ist im größten Slum Bangkoks aufgewachsen, hat sich dort - wie so viele andere - als Straßenköchin durchgeschlagen. Inzwischen hat sie mit Promi-Köchen wie Jamie Oliver am Herd gestanden und ein Buch herausgegeben. Sie betreibt eine kleine Kochschule. Existenzieller, rauer, männlicher geht es auf einem Basar in Chinas wildem Westen, in Xinjiang zu. Straßenkoch Alimu kämpft an seinem Stand mit dem Holzfeuer und einem alten Ventilator, auf dem er mit frischem Lammfleisch Kebab brutzeln will, der so anders schmeckt als in Europa. Hier an den alten Oasenorten der Seidenstraße braucht ein guter Kebab vor allem: Feuer und Fleisch. Thomas Reichart beißt beherzt zu beim Essen wie zu Karawanenzeiten. Er findet extreme Gegensätze des Street Food weit im Süden Chinas, in der Weltwirtschaftsmetropole Shanghai. An seinem Stand verkauft Xu Junwen jede Nacht Youtiao, Shanghais Kultimbiss. Youtiao sind goldgelb ausgebackene Teigstangen. In der Menschenschlange, die sich hier bildet, treffen sich die Armen und die Reichen, die Gesunden und die Kranken. So wird das Straßengericht Youtiao zu einer Art warmen Decke, in die sich jeder gern hüllt in dieser rasanten Stadt, wo genug nie genug ist. Rasant ist auch Herr Tuan mit seiner mobilen Garküche in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, unterwegs. "Ich bin stolz auf meinen Sohn. Er kann seine Familie ernähren." Der Satz, den Normen Odenthal in Südvietnam hört, bringt es auf den Punkt. Street Food heißt hier: Kochen, um zu überleben. Herr Tuan bereitet in seiner Garküche traditionelle Nudelsuppe zu, eine Portion kostet umgerechnet 80 Cent. Für Herrn Tuan reicht das, um über die Runden zu kommen. Dafür musste er seine Heimat am Mekong-Fluss verlassen. Die Erinnerung an seine Kindheit ist wieder da, wenn er die dampfenden Nudelsuppen der Bootsfrauen probiert. Auch wenn er selbst ein Koch ist, sagt Herr Tuan: "So gut schmeckt es nur hier, so gut schmeckt Heimat." Nudelsuppe der anderen Art ist in Japan legendär. Ramen geht eigentlich ganz einfach: Schweinekopf und -füße über Stunden bei großer Hitze auskochen, Nudeln in die Brühe, zwei, drei Scheiben krossen Schweinebauch drauf, Frühlingszwiebel drübergestreut - fertig. Spätabends noch Halt machen bei einem der Yatais in Fukuoka. Auf einem schmalen Hocker sitzen und die Nudeln und Brühe schlürfen. Denn genauso muss man Ramen essen, sehr heiß und sehr laut schlürfend. So hat es der Koch Thomas Reichart und Normen Odenthal jedenfalls gezeigt.


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