Der Historiker und Dokumentarfilmer Felix Moeller versucht in seiner 90-Minuten-Dokumentation eine persönliche Bestandsaufnahme des Deutschen Herbstes von 1977 und insbesondere des politischen Kampfbegriffs der "Sympathisanten".

Anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Gesprächen mit seiner Mutter Margarethe von Trotta und seinem Stiefvater Volker Schlöndorff sowie von zahlreichen Zeitdokumenten wie Film- und Fernsehaufnahmen versucht der Historiker und Dokumentarist Felix Moeller (Jahrgang 1965) eine persönliche Bestandsaufnahme des sogenannten "Deutschen Herbstes". Jener Zeit von 1977, in der sich Staat und Intellektuelle polarisierten. Kritiker eines offenbar überreagierenden Staates wurden als "Sympathisanten" denunziert. "Keine Nuancierung scheint möglich. Lynchstimmung", schrieb Margarethe von Trotta im Oktober 1977 in ihr Tagebuch. "Ich bin nicht sicher, ob ich jetzt mehr verstanden habe", sagt Felix Moeller freimütig am Ende des Films "Sympathisanten – Unser Deutscher Herbst" von 2018, der auch die heutige Sicht intellektueller Zeitzeugen einbezieht. Helmut Schmidt, der den Forderungen der RAF zur Freilassung Hanns Martin Schleyers nicht nachgegeben hatte, sagt in einem Interview-Rückblick, der Begriff "Sympathisanten" sei eine Klammer gewesen, die viel Unheil angerichtet habe. Der Film von Felix Moeller ist Familiengeschichte, Filmgeschichte und Gesellschaftsporträt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst