Tatort

  • Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, rechts) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) warten auf der Suche nach einem möglichen Terroristen auf dem Marienplatz auf einen letzten Einsatz. Vergrößern
    Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, rechts) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) warten auf der Suche nach einem möglichen Terroristen auf dem Marienplatz auf einen letzten Einsatz.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
  • Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec)sucht im Alleingang nach einem weiteren Verdächtigen im Untergrund des Marienplatzes. Vergrößern
    Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec)sucht im Alleingang nach einem weiteren Verdächtigen im Untergrund des Marienplatzes.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
  • Herr Unger (Nikolaus Frei) versucht seine verängstigte Klasse vor der Gewalt der SEK-Leute zu schützen. Vergrößern
    Herr Unger (Nikolaus Frei) versucht seine verängstigte Klasse vor der Gewalt der SEK-Leute zu schützen.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
  • Die Polizei versucht nach der Tötung eines Fahrkartenkontrolleurs die Fahrgäste in Sicherheit zu bringen - es wird nach einem weiteren möglichen Täter gefahndet.
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    Die Polizei versucht nach der Tötung eines Fahrkartenkontrolleurs die Fahrgäste in Sicherheit zu bringen - es wird nach einem weiteren möglichen Täter gefahndet.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
  • Die Stadt ist im Ausnahmezustand, die Innenstadt wurde abgesperrt, weil nach einem möglichen Terroristen gefahndet wird. Vergrößern
    Die Stadt ist im Ausnahmezustand, die Innenstadt wurde abgesperrt, weil nach einem möglichen Terroristen gefahndet wird.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
  • Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) versucht sich im Führungsstab ein Bild von der Lage zu machen. Vergrößern
    Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) versucht sich im Führungsstab ein Bild von der Lage zu machen.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
  • Polizeidirektorin Karola Saalmüller (Corinna Kirchhoff, links) und Kommissar Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) stehen bei ihrer Arbeit im Führungsstab ziemlich unter Druck. Vergrößern
    Polizeidirektorin Karola Saalmüller (Corinna Kirchhoff, links) und Kommissar Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) stehen bei ihrer Arbeit im Führungsstab ziemlich unter Druck.
    Fotoquelle: BR / X Filme / Hagen Keller
Serie, Krimireihe
Eine Ungewissheit, die der von 2016 gleicht
Von Wilfried Geldner

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
ARD
So., 26.01.
20:15 - 21:45
Unklare Lage


In einem städtischen Bus wird ein Kontrolleur von einem jungen Mann erschossen. Der Täter kann fliehen, wird aber dann selbst getötet. War er ein Einzeltäter, ein Amokläufer oder gar Terrorist? Diese Frage stellt sich spätestens, als man beim ihm weitere Munitionsmagazine und ein Funkgerät entdeckt.

Der Wahnsinn beginnt in einem städischen Bus – und mit einem Filmriss: Alles dunkel. Aber dann, nach diesem Moment des Schreckens, erfüllen die Handys ihren Zweck. Einer ruft um Hilfe, ein Toter liegt im Bus, ein Kontrolleur wurde erschossen. Der Täter, ein Kapuzenträger mit Rucksack, flieht. In der Zentrale wollen sie die Beschreibung des Täters haben, vor Ort treffen unter Blaulicht und Sirenen bereits die ersten Uniformierten ein, dicht gefolgt von den Sondereinsatzkommandos im Harnisch. Schnarrende Befehle allerorten: "Hände hoch, langsam raus!" Für die Businsassen ist das eine beängstigende, entwürdigende Situation, die sich später später an anderer Stelle im packenden "Tatort: Unklare Lage" mehrfach wiederholen wird.

Wo bleiben Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl)? Mit größter Altherrenruhe scheinen die Silberrücken das hektische Treiben beobachten zu wollen. Aber eine Ahnung davon, dass sie in etwas Schreckliches hineingezogen werden, haben sie schon. Ein Hype der Medien, die wissen wollen, was passiert, oder auch schon alles zu wissen scheinen, bahnt sich an, ein stummer Streit aber auch der polizeilichen Kompetenzen. Die Kommissare, viel grauer noch und Gesichts-gegerbter als sonst vor zumeist schwarz-dunklem Hintergrund gefilmt, geraten mitten hinein in diesen Strudel. Womit haben sie es hier zu tun, das wird bis zuletzt die Frage bleiben: mit einem Amokläufer, der weiteres Unheil verrichten wird, mit einem Durchgeknallten – oder gar mit einem veritablen Terroristen?

Gedanken an das Attentat im Olympia-Einkaufszentrum von 2016

Natürlich kommen alsbald Gedanken an das Attentat im Olympia-Einkaufszentrum von 2016 auf. Die gleiche Ungewissheit, vor allem die Frage: Gibt es einen oder gar mehrere Täter? Auf die Zeugen aus dem Bus ist wenig Verlass. Als der Geflüchtete von Polizeischützen in einem leerstehenden Bau erschossen wird, findet man in seinem Rucksack Munitionsmagazine und ein Funkgerät, das auf einen Verbindungsmann zu verweisen scheint. Genährt werden Thesen wie diese immer wieder vom höchst besonnenen Jungkommissar Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer), den sie in den Führungsstab abkommandiert haben und der nun dort vor lauter Videowänden und Computern sitzt, die immer Neues zutage fördern dürfen.

Es ist ein Wettrennen gegen die Zeit, gegen die eigene Unwissenheit. Ist der hundertfache Aufwand gerechtfertigt, die Totalsperrung der Innenstadt? Kann man sich die Medien – etwa mit dem Fahndungsbild des Täters – zunutze machen, oder fördert man damit nur die allgemeine Hysterie? Den sozialen Plattformen, den sensationslüsternen Tweets, wird hier übrigens nicht zuvorderst das Augenmerk geschenkt, schon eher gilt es einer blindlings aufgeregten Übergriffigkeit. Wozu sollten all die SEKs zur Stelle sein? fragt einer der geknuteten Passanten, wenn es nicht triftige Gründe dafür gäbe? So breitet sich leichthin der Terror vor dem Terror aus.

Die Verselbstständigung des Apparats, die manifeste Gewalt der Ordnungshüter ist es, die sich beim Zuschauen ins Gedächtnis gräbt. Die Optik des Films, die beunruhigend zoomende, schwenkende Steadycam trägt zu diesem Eindruck neben einem bedrohlich mahlenden Begleitscore bei: Es ist eine erstaunliche Körperlichkeit und zugleich die optische Klarheit, die diesen Tatort nach vorne treibt. Immer wieder taucht die Kamera von Florian Emmerich in Tiefgaragen und U-Bahnschächte ein, Lichtquellen zaubern raffinierte Spiegelungen auf die Gesichtshelme der Marsmenschen vom SEK.

Auf die Erkundung der privaten Hintergründe, die psychischen und familiären Ursachen wird hier eher wenig Wert gelegt. Und doch sind auch sie in wenigen Sekunden plötzlich da: im erstarrten Gesicht einer betroffenen Mutter, im Wutausbruch eines Vaters, dem die monoton fordernden Fragen der Kommissare auf den Zeiger gehen, mögen sie mit noch so sonorer Wärme vorgetragen sein.

Am Ende, wenn der letzte Schuss gefallen ist, bleibt vieles offen: Haben sich die Recherchen der Kommissare doch noch ausbezahlt, oder sind sie Getriebene ihrer selbst geworden? Leiden sie gar unter der Last ihrer jahrzehntelangen Erfahrung, die ihnen in diesen neuen Verhältnissen nicht mehr helfen kann? – Die Stärke dieses "Tatort"-Krimis von Pia Strietmann (Regie) und Holger Joos (Drehbuch) liegt nicht zuletzt darin, dass er sich vom realen Vorbild des Attentats von 2016 löst und dennoch die Fragen nach dem angemessenen Umgang mit dem Terror zu stellen versteht.

Tatort: Unklare Lage – So. 26.01. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Mehr zum "Tatort" und anderen Verbrechen in unserem Blog "Mord & Totschlag"

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