Tatort

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Serie, Krimireihe
Schwäbisch Sniper
Von Eric Leimann

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
ARD
So., 24.05.
20:15 - 21:45
Du allein


Der neue Stuttgarter "Tatort" mit den Kommissaren Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) ist ein klassischer Thriller um einen vermeintlichen Heckenschützen, der die schwäbische Metropole erpresst.

Wenn das Zielfernrohr des Präzisionsgewehres von hoch oben über belebte Straßen und Plätze wandert, von potenziellem Opfer zu potenziellem Opfer, entsteht ein Unbehagen ob der Willkürlichkeit des Todes. Nehme ich den jungen Jogger, reiße ich das verliebt wirkende Paar auseinander oder muss gar ein Kind dran glauben? Das Bedrückende am Blick des Schützens ist, dass er auch der des Zuschauers ist. Diese "subjektive" Kamera lässt niemanden kalt. Sie ist sogar hochgradig unangenehm. Da der neue Stuttgarter "Tatort" gleich mit dem Blick durchs Mordinstrument aufmacht, sind die Sinne schnell scharf gestellt.

Das Opfer, eine Journalistin, hinterlässt einen verstörten Mann. Gibt es denn ein Motiv? Die Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) durchleuchten das Leben des Opfers, doch erst einmal geraten sie in anderes Ermittlungs-Fahrwasser: Ein Erpresser hatte den Mord per Schreiben an die Polizei angekündigt. "1" stand auf dem Brief, ebenso wie auf der Patrone. Bald erreicht eine Geldforderung über drei Millionen Euro die Ermittler. Sollte nicht gezahlt werden, will der Täter einen zweiten Menschen dran glauben lassen. Hochkonzentriert beginnen Lannert und Bootz, die Unterstützung vom Landes- und Bundeskriminalamt erhalten, mit der Arbeit. Von der Politik, die eine Panik in der Stadt verhindern will, werden die Kommissare sowie Staatsanwältin Alvarez (Carolina Vera) dabei durchaus unter Druck gesetzt.

Viel zu oft ging es in die Hose, wenn das klassische Fernsehen – und was wäre klassischer als ein ARD-"Tatort" – versucht, das Genre-Kino zu kopieren. Ein Sniper, der seine Kugeln durchnummeriert und ein Opfer nach dem anderen zu erschießen droht – das klingt nach klassischem Thrillerstoff, der so oder so ähnlich schon des Öfteren durchdekliniert wurde. Drehbuchautor Wolfgang Stauch, er schrieb den grandiosen, im Mai 2019 gesendeten Stuttgarter "Tatort: Anne und der Tod" über eine Altenpflegerin auf moralischem Sonderweg, findet jedoch eine eigene Sprache und vor allem einen eigenen Twist für den betagten Wettlauf-mit-dem-Tod-Stoff.

Zunächst gehorcht vieles in seinem Film den Genre-Regeln. Bereits nach 15 Minuten sehen wir eine überaus spannend eingefädelte, vonseiten des Täters wie auch der Polizei hochprofessionelle Lösegeldübergabe, über deren Ausgang an dieser Stelle nichts verraten werden soll. Dennoch verwandelt sich der Film unter der klugen Regie der eher unbekannten Regisseurin Friederike Jehn ("Die Galoschen des Glücks") immer mehr vom Thriller in ein komplexes Drama, das mit weiteren unerwarteten Wendungen gefällt.

Carolina Vera sagt als Staatsanwältin Alvarez (nicht) tschüss

Schauspielerischen Support erhalten die Kommissare in dieser Folge von starken Mimen wie Karl Markovics, der wie derzeit kein Zweiter moralisch hochsensible, aber heruntergekommene Charaktere verkörpern kann. Auch die gebürtige Stuttgarterin Katja Bürkle, in den letzten Jahren immer wieder in großen Rollen an deutschen Edel-Bühnen aktiv, spielt eine wichtige Episoden-Hauptrolle. Selbst die begehrte Schauspielerin Maja Schöne schaut als Ex von Kommissar Bootz mal wieder in einer Folge vorbei, während Carolina Vera – als Staatsanwältin Alvarez immerhin seit Start des Teams 2008 dabei – hier ihren letzten Auftritt hat. Die 47-jährige Schauspielerin gibt ihre Serienrolle auf. Da Veras Entscheidung von ihr erst nach dem Dreh von "Du allein" verkündet wurde, konnte das Drehbuch nicht auf diesen Entschluss reagieren.

"Du allein" ist ein lange Zeit sehr spannender und trotz seiner fiebrigen Thematik ein angenehm konzentriert geschriebener und inszenierter "Tatort". An die Qualität der besten letzten Stuttgart-Folgen wie "Anne und der Tod", "Der Mann, der lügt" oder "Stau" kommt der Film aber dennoch nicht heran. Dafür fehlt dem Drehbuch eine gewisse Doppelbödigkeit, die – atmosphärisch oder erzählerisch – eine zweite Ebene über der erzählenden aufspannt. Trotzdem ist der 25. Fall der beiden Schwaben-Kommissare ein überzeugender Krimi und um Längen besser als der zuletzt gezeigte, etwas lahme Okkultismus-Beitrag "Hüter der Schwelle" vom Herbst 2019.

Der nächste Fall von Lannert und Bootz trägt den Arbeitstitel "Der Welten Lohn". Er wurde von Boris Dennulat ("Wer rettet Dina Foxx") geschrieben und ist unter der Regie von Gerd Schneider ("Verfehlung") entstanden. Gegenwärtig befindet sich Fall 26 in der Postproduktion. Er wird nach der "Tatort"-Sommerpause im Herbst zu sehen sein.

Tatort: Du allein – So. 24.05. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Mehr zum "Tatort" und anderen Verbrechen in unserem Blog "Mord & Totschlag"

Weitere Infos, Sendetermine und Neuigkeiten zu "Tatort" finden Sie hier

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