Über das Desaster der Deutschen Bahn Verspätungen, Zugausfälle, marode Schienen, veraltetes Material, Personalmangel¿ Die deutsche Bahn ist eine Zumutung - und das in Zeiten einer notwendigen Verkehrswende! Wie konnte ein einstmals gut funktionierendes Unternehmen dermaßen aus dem Ruder laufen? Über 170 Jahre lang war die deutsche Bahn eine Institution, deren Geschäft das Bahnfahren in Deutschland war - und sonst nichts. Seit der Bahnreform im Jahr 1994, nach der die Bahn an die Börse gebracht werden sollte, wurde die "Bahn AG" zu einem Konzern mit fast 1000 Firmen umstrukturiert. Und während sie als Global Player der Logistik- und Mobilitätsbranche in über 140 Ländern rund um den Globus aktiv wurde und dafür enorme Milliardenbeträge benötigte, während sich die Vorstandsgehälter um ein Mehrfaches steigerten, wurde das heimische Streckennetz abgebaut, unterblieben notwendige Reparaturarbeiten und Investitionen. Dafür fließt viel Steuergeld in unfassbar teure und fragwürdige Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Münchens zweite Stammstrecke... Arno Luik war Reporter und Autor für Tempo, Geo und den Tagesspiegel, Chefredakteur der Taz und langjähriger Mitarbeiter der Zeitschrift Stern. Er war Sachverständiger zum Bahnprojekt Stuttgart 21 und wurde vom Netzwerk Recherche für besondere publizistische Leistungen ausgezeichnet.