Terra X: Troja ist überall - Der Siegeszug der Archäologie

  • Die Nachfahren der Inka leben noch immer in den Anden. Vergrößern
    Die Nachfahren der Inka leben noch immer in den Anden.
    Fotoquelle: ZDF/Thomas Bianga, Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Thomas Bianga
  • Harald Lesch as moderator. Vergrößern
    Harald Lesch as moderator.
    Fotoquelle: © Johanna Brinckman / ZDF und Johanna Brinckman / Honorarfrei für redaktionelle Berichterstattung inkl. SocialMedia bei Nennung ZDF und Johanna Brinckman Nutzungsrecht: 09.05.20
  • Logo Terra X. Vergrößern
    Logo Terra X.
    Fotoquelle: © Corporate Design / ZDF und Corporate Design / Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Corporate Design
  • Logo Terra X Vergrößern
    Logo Terra X
    Fotoquelle: © Corporate Design / ZDF und Corporate Design / Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Corporate Design.
Info, Wissen
Terra X: Troja ist überall - Der Siegeszug der Archäologie

Infos
Originaltitel
Terra X
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2010
ZDFneo
Mi., 13.11.
07:20 - 08:05


Der Morgen des 24. Juli 1911: Nebel verschlechtert die Sicht, und nur wenig Licht scheint durch das dichte Gebüsch. Ein junger Amerikaner kämpft sich einen unwegsamen Andenpass hinauf. Immer wieder rutscht der Mann ab, Blattwerk peitscht ihm ins Gesicht. Seine Gesichtszüge sind verzerrt vor Anstrengung und Schmerz. Als er endlich oben ankommt, macht er die spektakulärste Entdeckung in der Geschichte der Inkaforschung. Vergessen im nahezu unzugänglichen Gebirge Perus und dem dichten Nebel des Regenwaldes thront die atemberaubende Festung Machu Picchu auf einem Felssporn hoch über dem Urubambatal. Es soll der wichtigste Tag im Leben des amerikanischen Forschers Hiram Bingham werden. Er selbst misst dem Fund zunächst allerdings nur wenig Bedeutung bei, da er in den Schriften spanischer Chronisten keinen Hinweis auf den Ort findet. Der junge Wissenschaftler läutete mit der Yale Peruvian Expedition im Jahr 1911 eine neue Ära in der Geschichte der Archäologie ein. Zum ersten Mal bricht ein interdisziplinäres und mit modernster Technik ausgestattetes Team auf, um eine bisher unbekannte Region Perus zu erkunden. Für seine Expedition hat sich Bingham das größte und in vielen Teilen unzugänglichste Reich in der Geschichte Amerikas ausgesucht. Die Inka selbst nannten es Tahuantinsuyu, Land der vier Teile. Ihre Herrschaft schwankte zwischen perfekter Ordnung und grausamer Despotie. Die Ordnung des Reiches spiegelt sich in seiner planvollen Architektur wider, einem mehr als 20 000 Kilometer umfassenden, fantastisch ausgebauten Straßensystem und einer wirtschaftlichen Verwaltung, die die Versorgung der Bevölkerung auch bei Katastrophen und in Dürrejahren sicherte. 1532 eroberten 168 spanische Soldaten unter dem Kommando von Francisco Pizarro, einem ehemaligen Schweinehirten, das heutige Peru. Ein Teil der Inka floh an einen Ort namens Vilcabamba und leistete von dort aus noch bis 1572 Widerstand. Der Rückzugsort wurde in der Folgezeit zu einem Mythos. Das Wissen um seine Lage ging verloren, nicht aber die Gerüchte über sagenhafte Gold- und Silberschätze, die in Vilcabamba vor den Konquistadoren versteckt worden sein sollen. Unzählige Abenteurer und Archäologen durchstreiften seither die peruanischen Anden, auf den Spuren der letzten Inka. Hiram Binghams erste Expedition war überaus erfolgreich. Seinem Team gelangen zahlreiche Funde, und die Mitglieder der Yale Peruvian Expedition konnten wertvolle wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichen. Sie lieferten der Welt mit ihrer ausführlichen Fotodokumentation ein konkretes Bild von der untergegangenen Kultur der Inka. Doch ein Rätsel blieb bis heute bestehen: Machu Picchu sicherte Hiram Bingham zwar einen Platz in den Annalen der großen Entdecker, doch eine schlüssige Erklärung für die mysteriöse Stadt in den Wolken konnte er nicht liefern, obwohl er beharrlich nach dem Sinn der verborgenen Festung in den Anden suchte, wie sein Sohn Alfred in seiner Biografie des Vaters berichtet. "Obwohl er auf den ersten Blick die Bedeutung von Machu Picchu unterschätzt hatte, hat ihr Reiz ihn schließlich ergriffen, und als ihr Ruhm wuchs, versuchte er verzweifelt, ihr eine historische Bedeutung zu geben." Bingham hinterließ ein wissenschaftliches Erbe, das die Forscher noch immer beschäftigt. Fast 100 Jahre nach der Entdeckung ist der ursprüngliche Zweck Machu Picchus, dieser archäologischen Stätte der Superlative, noch immer nicht geklärt. Im Jahr 2007 wurde der Ort, den die Quechua-Indianer "Alter Gipfel" nannten, zu einem der sieben neuen Weltwunder gekürt. Die "Gralsburg der Inka" gilt als ein Symbol der Macht. Auf einer künstlich angelegten Plattform in 2360 Metern Höhe, nur über beschwerliche Dschungelpfade zu erreichen, errichteten die Inka aus schweren Granitsteinen eine Vielzahl von Gebäuden. Mosaikartig tragen Wissenschaftler aus aller Welt jedes Jahr neue Erkenntnisse zusammen, die das Rätsel von Machu Picchu allmählich lüften. Der Anthropologe John Verano untersuchte vor wenigen Jahren erneut Skelette, die bereits während Binghams Expedition im Jahr 1911 ausgegraben wurden. Er kommt zu sensationellen Resultaten. Der Archäologe Alfredo Valencia Zegarra und der Ingenieur Kenneth Wright versuchen, die letzten Geheimnisse der einzigartigen Architektur der Stadt zu lüften. Richard Burger von der Yale Universität hat sich jahrelang mit seinem wissenschaftlichen Vorgänger Hiram Bingham beschäftigt. Er gibt Aufschluss über die facettenreiche Persönlichkeit des ehrgeizigen Amerikaners. Es ist die Geschichte eines Mannes, der den Traum eines jeden Abenteurers und Forschers lebte. Denn ob Wissenschaftler von 1911 oder Archäologen von heute, eines haben sie alle gemeinsam: den Traum, dass ihr Name für immer mit einer großen Entdeckung verbunden ist.

Thema:

Heute: Troja ist überall - Der Siegeszug der Archäologie: Das Rätsel von Machu Picchu


Weitere Infos, Sendetermine und Neuigkeiten zu "Terra X" finden Sie hier

Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

WDR Nur wenige Meter unter uns wartet eine unbekannte Welt - aus engen Gängen, großen natürlichen Hohlräumen mit jahrhundertealten Tropfsteinen und eigenständigem Ökosystem. Etwa 11.000 Höhlen sind mittlerweile in Deutschland bekannt - und immer wieder kommen neue dazu. Quarks begleitet Höhlenforscher bei der Suche nach noch unerschlossenen, unterirdischen Gebieten mitten in NRW und erkundet einen Lebensraum, in den kaum ein Mensch vordringt: feucht, dunkel und voller Spuren früher Menschheitsgeschichte.
Dabei klärt Quarks: Wie entstehen Höhlen eigentlich? Wie gefährlich sind Höhlenexpeditionen? Und: Lebte der Mensch früher wirklich in Höhlen? - Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim

Quarks: Rätselhafte Höhlen - Wie wir die Welt unter unseren Füßen entdecken

Info | 15.11.2019 | 00:25 - 01:10 Uhr (noch 24 Min.)
5/504
Lesermeinung
SWR SWR Fernsehen ODYSSO - WISSEN IM SWR, Dennis Wilms.

odysso - Wissen im SWR - Impfen lassen - oder nicht?

Info | 15.11.2019 | 03:30 - 04:15 Uhr
/500
Lesermeinung
arte In der Frauenklinik in Tübingen sind die ersten deutschen Gebärmuttertransplantationen gelungen. Von Chefärztin Professor Sara Brucker (li.) erfahren die "„Xenius"“-Moderatoren Adrian Pflug (Mi.) und Emilie Langlade (re.), wie es den Babys heute geht.

Xenius: Die Gebärmutter

Info | 15.11.2019 | 03:55 - 04:25 Uhr
3.67/503
Lesermeinung
News
Regisseur Max Zähle mit seien Hauptdarstellern Jan Josef Liefers und Axel Prahl.

Drehstart für den neuen "Tatort" aus Münster – und diesmal wird es ernst: Karl-Friedrich Boerne wird…  Mehr

Wer wird die neue "Queen of Drags"? Das wollen (von links) Bill Kaulitz, Heidi Klum, Olivia Jones und Conchita Wurst herausfinden.

Alles glitzert und glänzt: Heidi Klum kürt bei ProSieben diesmal nicht "Germany's Next Topmodel", so…  Mehr

Aller Anfang ist schwer: Der neue Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen, links) muss die eingespielte Crew mit Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth, zweiter von links), Dr. Sander (Nick Wilder) und Hanna Liebhold (Barbara Wussow) noch von sich überzeugen.

Florian Silbereisen als "Traumschiff"-Kapitän? Diese Entscheidung des ZDF polarisiert. Silbereisen s…  Mehr

Maybrit Illner hat donnerstags ihren Talk-Termin.

Die öffentlich-rechtlichen Sender setzen auf ihre Talkshows. Regelmäßig werden Polit-Talks ausgestra…  Mehr

So sieht (mehr oder weniger) echter Glamour aus (von links): Olivia Jones, Bill Kaulitz, Heidi Klum und Conchita Wurst.

Heidi Klum, Bill Kaulitz sowie Eurovision-Songcontest-Sieger Conchita Wurst küren in der neuen ProSi…  Mehr