Minnie ist 15 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter Charlotte und ihrer kleinen Schwester Gretel im San Francisco der 1970er-Jahre. Es ist eine wilde Zeit in der Stadt der Hippies und Träumer. Während Charlotte die neuen Freiheiten geniesst, vor ihren Töchtern ungeniert kifft und trinkt und mit ihrem neuen Freund Monroe (Alexander Skarsgård) Partys feiert, kämpft Minnie mit ihrer langsam erwachenden Sexualität. Sie fühlt sich hässlich und unattraktiv und ist überzeugt davon, dass kein Junge sie je anschauen wird. Ihre pubertären Fantasien hält sie in einem Tagebuch in Form eines Tonbandgeräts fest und verarbeitet das Erlebte beim Zeichnen von Comics. Ihr Traum ist es, Künstlerin zu werden. Eines Abends auf dem Sofa, als die Mutter schon im Bett ist, geschieht das, was sich Minnie heimlich schon lange gewünscht hat: Monroes Hand landet wie zufällig auf ihren Brüsten. Ein paar Tage später schickt Charlotte ihren Freund mit ihrer Tochter los, weil sie zu träge ist, selbst mit ihm auszugehen. Die beiden flirten miteinander und Minnies Fantasien werden Realität: Monroe schläft mit ihr. Minnie ist von ihrem ersten Mal überwältigt. Sie merkt, dass ihr neues Selbstbewusstsein auch ihre Ausstrahlung auf ihre Mitschüler verändert. Monroe hingegen plagt bald schon das schlechte Gewissen. Als er sich von Minnie zurückzieht, lässt sie sich auf ihren Mitschüler Ricky ein. Doch dieser ist ihren Ansprüchen nicht gewachsen - und Monroe kann ihr nicht widerstehen. Durch die delikate Affäre gerät nicht nur Minnies eigenes Leben, sondern das Zusammenleben der Familie immer mehr aus den Fugen. Das Drehbuch zu «The Diary of a Teenage Girl» basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel der Comiczeichnerin und Illustratorin Phoebe Gloeckner. Regisseurin Marielle Heller hat diesem Umstand Rechnung getragen, in dem sie in ihrem Debütfilm immer wieder animierte Szenen einfliessen lässt, in denen Minnie ihre widerstreitenden Gefühle darstellt. Sie spielt auch mit einer animierten Version von Aline Kominsky-Crumb, der bekannten Comic-Produzentin und Frau von Robert Crumb, die als eine Art feministische Patin der jungen Protagonistin fungiert. Der Film hatte am Sundance Film Festival Premiere, wurde dort mit dem Cinematography Award ausgezeichnet und erhielt an weiteren Festivals Preise. Mit Alexander Skarsgård, Kirsten Wig und der britischen Newcomerin Bel Powley hat Heller ein überragendes Schauspieler-Trio verpflichten können, das die delikate Geschichte mit viel Feingefühl darstellt. Dazu ein Lob vom «Spiegel»: «Ein heikles Thema, dass die Regisseurin mit viel Einfühlungsvermögen darzustellen versteht. Dabei gelingt es Regisseurin Heller, Jahrgang 1979, sowohl Minnies Perspektive im Fokus zu behalten, als auch eine Draufsicht auf das im Verborgenen stattfindende Verhältnis zwischen Teenagerin und erwachsenem, na ja, zumindest ausgewachsenem, Mann zu gewähren.»